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Samstag, 4. August 2012

...nach Batchelor auf einen Campingplatz


6:30 Uhr wurde ich von Katrins Wecker wach – der wurde erst einige Male gesnoozt bevor aufgestanden wurde und ich durfte mich an einer schönen warmen Dusche im allgemein zugänglichen Duschhaus erfreuen.

Ausblick morgens von unserer Terrasse... ziemlich neblig


7:30 Uhr gemeinsames Frühstück mit Katrin, Ulli (49, Hannover, Hausmeister, Alleskönner, Besserwisser, Viellaberer und Freund von Elke und Harry, der gerade zu Besuch ist) und den beiden Taiwanesischen Angestellten Anya und True (hatten in Taiwan eine Fernbeziehung und wollten diese hier in Australien auf die Härteprobe stellen- wie sie beide erzählen, funktioniert es super – herzlichen Glückwünsch hierfür!)
8:00 Uhr Tische und Stühle im Außenbereich sauber machen
8:15 Uhr warten auf die Touristenbusse. Diese Busse sind angeheuert eben genau an dieser 'Raststätte' zu halten – damit die Touris hier Geld für Sandwiches und Getränke liegen lassen. Ist ja auch genau richtig so – die Touris dürfen sich hier im Klo umziehen und dafür kaufen sie sich was – eine Hand wäscht die andere. Ich dagegen würde mir meine Badesachen eh gleich morgens anziehen, wenn ich doch weiß, dass ich zu nem Wasserfall fahr ;)
8:30 Uhr Laub zusammen harken




9:00 Uhr Geschirr der Touris zusammenräumen und abspülen
9:30 Uhr Küche, Büro und Shop fegen und wischen – für alle Schwaben unter euch: fegen = Staubwischen und wischen = nass Putzen!!! Ich hab den Unterschied erst nicht gecheckt... und hab so von den Berlinern hier in Australien doch tatsächlich noch was deutsches gelernt :D
10:00 Uhr Schlüssel, frische Bettwäsche und Handtücher abholen und zu der 'Cabine', dem 'Chaley' oder dem 'Budget-Room' gehen um dort die Bude auf Vordermann zu bringen. So richtig mit kleiner Seife aufs Handtuch und genau darauf achten, dass kein Haar mehr in der Dusche und keine Falte in der Bettwäsche ist. Eins lasst euch gesagt sein: ich bin ein miserables Zimmermädchen!!! (mehr dazu später!) Zwischendurch wird eine Waschmaschine mit Bettwäsche und Handtüchern nach der anderen laufen gelassen. Hier gibt’s nicht so viele Einstellmöglichkeiten wie bei Gregs Waschmaschine in Darwin... es wird alles auf 'normal' und sowieso immer kalt gewaschen. Die Australier haben die gleiche Krankheit wie die Amerikaner... immer KALT waschen. Dies kommt meines Wissens davon, dass vor etlichen Jahren mal ein namhafter Waschmittelhersteller damit warb, dass mit seinem Mittel auch bei kaltem Wasser alles sauber wird. Also haben alle den Warmwasserhahn abgedreht. Dass die Wäsche aber in der Realität leider nicht wirklich sauber wird, wird eben einfach hingenommen oO Gut für mich, dass ich nur schwarze Höschen und im Großen und Ganzen auch nur dunkle Wäsche im Allgemeinen dabei hab ;)

Heute gab es noch eine für mich glückliche Ausnahme vom Arbeitsalltag – denn heute war in Batchelor das „Linga-Longa-Festival“. Ein kleines Dorffest mit einigen Verkaufs- und Fressständen, Wahlkampfständen und sogar einer kleinen Parade. Sprich: als 'Früchtchen' verkleidete Erwachsene und geschminkte Kinder auf geschmückten Fahrrädern oder Stelzen. Hab hier auch Ken (72) kennengelernt, von dem ich schon so einiges gehört hatte. Er campt seit über einem Jahr im Zelt mit all seinem Hab und Gut (inkl.Kanu) auf dem Banyan Tree Caravan Park... also quasi Hardcore-Dauercamper oder einfach gesagt: er wohnt hier :D

kleine Idioten-Parade ^^


Ken - Dauercamper

Wahlkampf in Australien

Vorne in rot die liebe Elke, rechts daneben Anya
Sowas will ich für daheim!!
Australisches Polizeiauto


Nach dem Festival sind wir Wwofer und Ulli zur ortsansässigen „Butterfly-Farm“ spaziert. Wenn jetzt irgendjemand an eine Art Zoo denkt, ist er falsch gewickelt. Hierbei handelt es sich nämlich um erster Linie um ein Gasthaus mit diversen Bungalows als Fremdenzimmer. Natürlich gibt es auch ein Gewächshaus mit Schmetterlingen – aber in erster Linie nennt sich dieses Etablissement 'Butterfly-Farm' um Übernachtungsgäste zu ködern. Einerseits traurig, denn der Eintritt kostet regulär 10Dollar – andererseits is es natürlich eine gute Verkaufsstrategie. Als wir sagten, wir seien Wwoofer vom Banyan Tree durften wir umsonst rein - da kann ja jeder kommen ^^ 
Chris – den Besitzer – hört man schon von Weitem – er redet lauter und ist euphorischer als man ihn aufgrund seiner Körpergröße einschätzen würde. 
Böse Zungen behaupten, wenn frau 'nett' zu Chris ist, kann sie auch mal für umsonst einige Tage hier wohnen. Glaubt man oder auch nicht – ist wahrscheinlich eh überall das selbe mit Männlein und Weiblein. Ich putze dann doch lieber für meine Unterkunft!!!


Hier hausen die Wwoofer in nem alten Bus - da haben wirs
bei Elke und Harald schon um einiges besser 


Mit einem iPad ein Foto machen... was
für ein lächerlicher Anblick ^^


Finde den Schmetterling!!!


Eine kleine Nymphe :)

Im Schmetterlingshaus


Zum ersten Mal fiel mir schmerzhaft auf, dass ich keinerlei Handyempfang hier in Batchelor habe. Im Banyan Tree Park hatte ich mir keine Gedanken gemacht – dachte, es sei zu weit auf'm Land und ich hätte deshalb keinen Empfang – aber in Batchelor erhoffte ich mir dann doch etwas mehr. Leider wurde ich enttäuscht. Katrin mit ihrem Telstra-Billighandy hatte hier nämlich vollen Empfang. Seltsame Sache – muss ich wohl mal beobachten.

Fahrt zurück zum Banyan Tree Park




Gecko Ei

Da Elke uns heute wegen des Festivals den Tag freigab, hatte Katrin mit Ulli besprochen, dass wir eventuell noch in den Litchfield-Nationalpark zu einem Wasserfall fahren könnten. Ulli der Vollchecker hat aber nach unserer Rückkehr vom Festival erst mal Elke gefragt, ob sie uns nicht was zu arbeiten hätte – und wer dumm fragt, bekommt auch ne dumme Antwort: denn natürlich gab es in diesem Fall was für uns zu tun. Allerdings nur für Katrin und mich – Ulli konnte auf seiner Terrasse chillen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. An dieser Stelle: Danke an Ulli – das wär echt scheisse von dir!!! Andererseits muss man aber auch bedenken, dass Ulli hier den 'Freund'-Status gegenüber Elke und Harald inne hat und nicht einfach frei über den Fuhrpark und die Angestellten verfügen kann – wie auch immer... wir hatten zumindest noch gut eine Stunde Zeit um in den Pool zu springen – hier wurden wir allerdings von George (Grafikdesigner, Alter unbekannt, Herkunft interessiert mich nicht- aber irgendwo in Australien) zugetextet, der's wohl echt bitter nötig hatte – denn er war aufdringlichst auf der Suche nach einer Masseuse. Ich hatte ihn direkt grob abgewiesen – Katrin jedoch ließ sich von dem versprochenen Geld locken und musste sich dann ziemlich lange das Gelaber über anstehende Massagen anhören. Was daraus geworden ist, weiß ich natürlich nicht.

Eine unserer Hauptaufgaben hier auf dem Campingplatz ist Laubharken!!! An Arbeit in dieser Kategorie mangelt es niemals. Memo an mich selbst: Sollte ich jemals einen Campingplatz eröffnen – dann niemals mit Laubbäumen. Der Wink mit dem Zaunpfahl zum weiter arbeiten kam von Elke – denn nach unserer Pool-Session lagen Punkt halb vier Gartenhandschuhe vor unserer Tür :D Konnten immerhin über Katrins neue Musikbox etwas Hintergrundmusik laufen lassen – das erste und vorerst letzte Mal, an dem ich etwas von den verschenkten 30 Dollar zu Ohren bekommen hab. Während der Arbeit durften wir uns dann mitleidige oder belustigte Sprüche von Touristen anhören. Aber wenn sie sich mehr auf Urlaub fühlen, indem sie anderen beim Arbeiten zuschauen können, soll mir das nur recht sein – der Kunde bzw. Gast ist König :D
Zum Thema Laubharken: ich bin ein Mensch, der gerne mit System arbeitet – ich nehm mir also vor ein Rechteck zu harken und fang beispielsweise mit den Längen an – Menschen, die dann einfach kreuz und quer dazwischen harken gibt es natürlich auch – man muss ich eben arrangieren oder einfach nicht darüber nachdenken :D Das Laub wird auf einen kleinen Anhänger gekippt und gegen Feierabend zur Entsorgung in den Busch gefahren. Dies hat heute Katrin – ihrer Aussage nach das erste Mal alleine – erledigt. Also sie ist mit dem Park-Bus+Anhänger in den Busch gefahren, ich nebendran, und dann rückwärts zur Abladestelle eingeparkt. Coole Sache – Lenkrad auf der falschen Seite und dann auch noch rückwärts mit nem Anhänger um die Kurve - sie hat's echt super gemacht... und brauchte nur 5 oder 6 Versuche... hahaha :D



Als allabendliche Erinnerung an die Laubharkerei bleiben die dreckigen Beine... sieht leider auf dem Bild nicht so imposant aus wie in der Realität – aber wir waren untenrum echt braun vor Staub und Dreck. Was die Füße angeht... joa... ich als Fusshasser hab hier so meine Problemchen... alle in Flip Flops... alle mit dreckigen Füßen und alle mit dreckigen Zehennägeln... allen voran ich selbst :D Man kriegt den Siff einfach nimmer weg – frisst sich regelrecht in alle Ritzen rein. Und wenn sich jemand einbildet, er hätte kaum Hornhaut an den Füßen: dachte ich auch!!! Hier hilft keine Stahlbürste mehr – am besten wäre wohl AMPUTATION oder wie Ursel sagen würde: Notschlachten!!!!!


Pfui :D


Zum Abendessen gab es Hackklöße mit Salzkartoffeln – ob das nun Königsberger-Klopse oder sonst was waren, lass ich mal dahingestellt... Elke hat deutsch für uns gekocht und ich fand's super :D

Abends saßen wir auf der Couch vor dem freien Gästezimmer neben Elkes Behausung, da hier der beste WLAN-Empfang ist... leider stellte sich dies aber als kurzes Vergnügen heraus, denn Elke stellt das WLAN ab, wenn sie ins Bett geht – und sie geht früh ins Bett!!! Sowieso hat man hier eh beschränkten WLAN-Empfang, denn nach schlechten Erfahrungen mit fremden Nutzern des WLANs möchte Elke nicht mehr, dass Fotos o.ä.hoch- oder runtergeladen werden. Kann ich auch verstehen – so mittelalterlich, wie die Australier in Sachen Internet- oder Telefonflatrates unterwegs sind, muss man die Internet-Nutzer echt im Auge behalten. Elke hat monatlich nur einen bestimmten Mega- oder Gigabyte-Rahmen für's Internet und wenn das überschritten wird, zahlt sie drauf. Umso beschissener ist es für mich, dass ich hier mit meinem deutschen Smartphone keinen Empfang hab. Ich kann das Xperia Xeo nämlich zum mobilen WLAN-Spot umwandeln und dann über das Smartphone mit dem Netbook ins Internet – allerdings nur, wenn ich mit dem Smartphone Empfang hab.... arrrgh!!!

Mein Xperia Neo als mobiler WLAN-Hotspot...
tolle Technik... sofern man Empfang hat :(

Abendlicher Besucher - laut Ulli eine giftige Kröte...


Dumm gelaufen ist dazuhin noch, dass ich heute aufgrund der schlechten WLAN-Verbindung bei meinem deutschen Mobilfunkanbieter den Code für's 'Online-Banking' drei mal falsch eingegeben hatte – und da ich mit O2 hier erst recht keinen Empfang habe, kann ich natürlich auch den Freischaltcode nicht empfangen. Soooo dumm kann's laufen – gleich mal ne E-Mail an den O2-Support geschickt. Bin gespannt :D Auch bin ich sehr gespannt auf Infos von meiner Informantin U.E.aus M.in D.was mein Problem mit dem hiesigen Handyempfang angeht. Parallel hierzu habe ich allerdings auch schon einen Beitrag im Reisebine.de-Forum geschrieben. Vielleicht wird mir hier geholfen.
Für Alle, die sich rund um das Thema Work&Travel informieren möchten, kann ich www.reisebine.de nur wärmstens empfehlen. Im Forum findet man auf alle Fragen eine Antwort und ansonsten ist die Seite auch sehr hilfreich aufgebaut.

Zum Einschlafen habe ich heute gegen die Moskitos wieder nicht wie geplant mein Moskito-Netz aufgehängt sondern den Ventilator angestellt. Auf Wind reagieren die Viecher nämlich allergisch. Dadurch, dass meine Zimmernachbarin Katrin gefühlte 100 Mal auf Klo muss jede Nacht und dazuhin noch verfrorener ist als ich selbst es im Normalfall bin, kann sie das Teil auch ausstellen, wenn's ihr zu viel ist. Hauptsache, ich kann ohne Moskito-Summen im Ohr einigermaßen einschlafen :D

Leider gilt es an dieser Stelle noch zu erwähnen dass meine geliebte Handtasche jetzt tatsächlich den Geist aufgibt. Schon in Deutschland war sie brüchig und lädiert – aber jetzt sind die porösen Stellen leider auch noch aufgeplatzt und es quillen die Innereien einer Kunstledertasche heraus. Der Anblick ist womöglich noch ekliger als Innereien eines Echt-Leder-Wesens :D (Bevor mir jetzt hier jemand die Tierschützer auf den Hals hetzt: das war ein SPASS!!! Ich kauf doch eh kaum was aus Echt-Leder!!!!)


8 Kommentare:

  1. Ich will so n Gecko... bring mir son EI mit :D

    Die Liss

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    1. hahaha... denke nicht, dass das ei es überleben würde :(

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    2. Dann werd Gecko-Mama.
      Auf Lanzarote sind die Dinger auf allen Bilderrahmen und Souvenirs... jetzt will ich im so mehr eins :D

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    3. kannst dir im terrarium halten ;)

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    4. Nachtrag: hab mir nun ganze 4 Leoparden-Geckos von einer Freundin angelacht!!!
      ein Männlein und drei Weiber (drei nomaniten und ein strip)!!!

      Die Teile sind ja sooooooo geil!!!!!

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    5. wie? haste komplett übernommen? oder was meinst mit 'angelacht'?

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  2. Liebe Susi,
    als ich vor 16 Jahren hier in der Einöde gelandet bin, mußte ich auch erstmal lernen was die Ureinwohner von Weilen mit wischen meinten. Als ich einen Besen in die Hand bekam mit den Worten das ich wischen soll, aufgrund meiner Fragezeichen in den Augen wurde ich dann erst einmal aufgeklärt. Tja, Deutsche Sprak, schwere Sprak...;-)
    ....die Kaltwäsche gefällt mir garnicht, wie soll denn da alles sauber werden???? Vielleicht kannst Du da mal Entwicklungshilfe leisten.
    Alle Achtung vor Ken, ich bin da gegen ihn ja ein "Weichgespülter-warm-dusch-Dauercamper".
    Bist Du eigentlich blonder geworden??? Bei Deinen Füßen hilft nur noch ein Hochdruckreiniger. :-)

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    1. nee, kaltwäsche ist echt sch... aber ich werd damit leben müssen - kann ja nicht alles ändern hier ^^
      meine haare werden heller von der sonne ja - die tönung wäscht sich auch immer mehr raus... sollte vielleicht mal schauen, was ne packung schwarze farbe im supermarkt kostet ^^

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