6:30 Uhr wurde ich von Katrins Wecker
wach – der wurde erst einige Male gesnoozt bevor aufgestanden wurde
und ich durfte mich an einer schönen warmen Dusche im allgemein
zugänglichen Duschhaus erfreuen.
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| Ausblick morgens von unserer Terrasse... ziemlich neblig |
7:30 Uhr gemeinsames Frühstück mit
Katrin, Ulli (49,
Hannover, Hausmeister, Alleskönner, Besserwisser, Viellaberer und
Freund von Elke und Harry, der gerade zu Besuch ist) und
den beiden Taiwanesischen Angestellten Anya und True (hatten in
Taiwan eine Fernbeziehung und wollten diese hier in Australien auf
die Härteprobe stellen- wie sie beide erzählen, funktioniert es
super – herzlichen Glückwünsch hierfür!)
8:00 Uhr Tische und Stühle im
Außenbereich sauber machen
8:15 Uhr warten auf die Touristenbusse.
Diese Busse sind angeheuert eben genau an dieser 'Raststätte' zu
halten – damit die Touris hier Geld für Sandwiches und Getränke
liegen lassen. Ist ja auch genau richtig so – die Touris dürfen
sich hier im Klo umziehen und dafür kaufen sie sich was – eine
Hand wäscht die andere. Ich dagegen würde mir meine Badesachen eh
gleich morgens anziehen, wenn ich doch weiß, dass ich zu nem
Wasserfall fahr ;)
8:30 Uhr Laub zusammen harken
9:00 Uhr Geschirr der Touris
zusammenräumen und abspülen
9:30 Uhr Küche, Büro und Shop fegen
und wischen – für alle Schwaben unter euch: fegen = Staubwischen
und wischen = nass Putzen!!! Ich hab den Unterschied erst nicht
gecheckt... und hab so von den Berlinern hier in Australien doch
tatsächlich noch was deutsches gelernt :D
10:00 Uhr Schlüssel, frische
Bettwäsche und Handtücher abholen und zu der 'Cabine', dem 'Chaley'
oder dem 'Budget-Room' gehen um dort die Bude auf Vordermann zu
bringen. So richtig mit kleiner Seife aufs Handtuch und genau darauf
achten, dass kein Haar mehr in der Dusche und keine Falte in der
Bettwäsche ist. Eins lasst euch gesagt sein: ich bin ein miserables
Zimmermädchen!!! (mehr dazu später!) Zwischendurch wird eine
Waschmaschine mit Bettwäsche und Handtüchern nach der anderen
laufen gelassen. Hier gibt’s nicht so viele Einstellmöglichkeiten
wie bei Gregs Waschmaschine in Darwin... es wird alles auf 'normal'
und sowieso immer kalt gewaschen. Die Australier haben die gleiche
Krankheit wie die Amerikaner... immer KALT waschen. Dies kommt meines
Wissens davon, dass vor etlichen Jahren mal ein namhafter
Waschmittelhersteller damit warb, dass mit seinem Mittel auch bei
kaltem Wasser alles sauber wird. Also haben alle den Warmwasserhahn
abgedreht. Dass die Wäsche aber in der Realität leider nicht
wirklich sauber wird, wird eben einfach hingenommen oO Gut für mich,
dass ich nur schwarze Höschen und im Großen und Ganzen auch nur
dunkle Wäsche im Allgemeinen dabei hab ;)
Heute gab es noch eine für mich
glückliche Ausnahme vom Arbeitsalltag – denn heute war in
Batchelor das „Linga-Longa-Festival“. Ein kleines Dorffest mit
einigen Verkaufs- und Fressständen, Wahlkampfständen und sogar
einer kleinen Parade. Sprich: als 'Früchtchen' verkleidete
Erwachsene und geschminkte Kinder auf geschmückten Fahrrädern oder
Stelzen. Hab hier auch Ken (72) kennengelernt, von dem ich schon so
einiges gehört hatte. Er campt seit über einem Jahr im Zelt mit all
seinem Hab und Gut (inkl.Kanu) auf dem Banyan Tree Caravan Park...
also quasi Hardcore-Dauercamper oder einfach gesagt: er wohnt hier :D
| kleine Idioten-Parade ^^ |
| Ken - Dauercamper |
| Wahlkampf in Australien |
| Vorne in rot die liebe Elke, rechts daneben Anya |
| Sowas will ich für daheim!! |
| Australisches Polizeiauto |
Nach dem Festival sind wir Wwofer und
Ulli zur ortsansässigen „Butterfly-Farm“ spaziert. Wenn jetzt
irgendjemand an eine Art Zoo denkt, ist er falsch gewickelt. Hierbei
handelt es sich nämlich um erster Linie um ein Gasthaus mit diversen
Bungalows als Fremdenzimmer. Natürlich gibt es auch ein Gewächshaus
mit Schmetterlingen – aber in erster Linie nennt sich dieses
Etablissement 'Butterfly-Farm' um Übernachtungsgäste zu ködern.
Einerseits traurig, denn der Eintritt kostet regulär 10Dollar –
andererseits is es natürlich eine gute Verkaufsstrategie. Als wir sagten, wir seien Wwoofer vom Banyan Tree durften wir umsonst rein - da kann ja jeder kommen ^^
Chris –
den Besitzer – hört man schon von Weitem – er redet lauter und
ist euphorischer als man ihn aufgrund seiner Körpergröße
einschätzen würde.
Böse Zungen behaupten, wenn frau 'nett' zu
Chris ist, kann sie auch mal für umsonst einige Tage hier wohnen.
Glaubt man oder auch nicht – ist wahrscheinlich eh überall das
selbe mit Männlein und Weiblein. Ich putze dann doch lieber für
meine Unterkunft!!!
| Hier hausen die Wwoofer in nem alten Bus - da haben wirs bei Elke und Harald schon um einiges besser |
| Mit einem iPad ein Foto machen... was für ein lächerlicher Anblick ^^ |
| Finde den Schmetterling!!! |
| Eine kleine Nymphe :) |
| Im Schmetterlingshaus |
Zum ersten Mal fiel mir schmerzhaft
auf, dass ich keinerlei Handyempfang hier in Batchelor habe. Im
Banyan Tree Park hatte ich mir keine Gedanken gemacht – dachte, es
sei zu weit auf'm Land und ich hätte deshalb keinen Empfang – aber
in Batchelor erhoffte ich mir dann doch etwas mehr. Leider wurde ich
enttäuscht. Katrin mit ihrem Telstra-Billighandy hatte hier nämlich
vollen Empfang. Seltsame Sache – muss ich wohl mal beobachten.
| Fahrt zurück zum Banyan Tree Park |
| Gecko Ei |
Da Elke uns heute wegen des Festivals
den Tag freigab, hatte Katrin mit Ulli besprochen, dass wir eventuell
noch in den Litchfield-Nationalpark zu einem Wasserfall fahren
könnten. Ulli der Vollchecker hat aber nach unserer Rückkehr vom
Festival erst mal Elke gefragt, ob sie uns nicht was zu arbeiten
hätte – und wer dumm fragt, bekommt auch ne dumme Antwort: denn
natürlich gab es in diesem Fall was für uns zu tun. Allerdings nur
für Katrin und mich – Ulli konnte auf seiner Terrasse chillen und
sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. An dieser Stelle: Danke
an Ulli – das wär echt scheisse von dir!!! Andererseits muss man
aber auch bedenken, dass Ulli hier den 'Freund'-Status gegenüber
Elke und Harald inne hat und nicht einfach frei über den Fuhrpark
und die Angestellten verfügen kann – wie auch immer...
wir hatten zumindest noch gut eine Stunde Zeit um in den Pool zu
springen – hier wurden wir allerdings von George (Grafikdesigner,
Alter unbekannt, Herkunft interessiert mich nicht- aber irgendwo in
Australien) zugetextet, der's wohl echt bitter nötig hatte – denn
er war aufdringlichst auf der Suche nach einer Masseuse. Ich hatte
ihn direkt grob abgewiesen – Katrin jedoch ließ sich von dem
versprochenen Geld locken und musste sich dann ziemlich lange das
Gelaber über anstehende Massagen anhören. Was daraus geworden ist,
weiß ich natürlich nicht.
Eine
unserer Hauptaufgaben hier auf dem Campingplatz ist Laubharken!!! An
Arbeit in dieser Kategorie mangelt es niemals. Memo an mich selbst:
Sollte ich jemals einen Campingplatz eröffnen – dann niemals mit
Laubbäumen. Der Wink mit dem Zaunpfahl zum weiter arbeiten kam von
Elke – denn nach unserer Pool-Session lagen Punkt halb vier
Gartenhandschuhe vor unserer Tür :D Konnten immerhin über Katrins
neue Musikbox etwas Hintergrundmusik laufen lassen – das erste und
vorerst letzte Mal, an dem ich etwas von den verschenkten 30 Dollar
zu Ohren bekommen hab. Während der Arbeit durften wir uns dann
mitleidige oder belustigte Sprüche von Touristen anhören. Aber wenn
sie sich mehr auf Urlaub fühlen, indem sie anderen beim Arbeiten
zuschauen können, soll mir das nur recht sein – der Kunde bzw.
Gast ist König :D
Zum
Thema Laubharken: ich bin ein Mensch, der gerne mit System arbeitet –
ich nehm mir also vor ein Rechteck zu harken und fang beispielsweise
mit den Längen an – Menschen, die dann einfach kreuz und quer
dazwischen harken gibt es natürlich auch – man muss ich eben
arrangieren oder einfach nicht darüber nachdenken :D Das Laub wird
auf einen kleinen Anhänger gekippt und gegen Feierabend zur
Entsorgung in den Busch gefahren. Dies hat heute Katrin – ihrer
Aussage nach das erste Mal alleine – erledigt. Also sie ist mit dem
Park-Bus+Anhänger in den Busch gefahren, ich nebendran, und dann
rückwärts zur Abladestelle eingeparkt. Coole Sache – Lenkrad auf
der falschen Seite und dann auch noch rückwärts mit nem Anhänger
um die Kurve - sie hat's echt super gemacht... und brauchte nur 5
oder 6 Versuche... hahaha :D
Als
allabendliche Erinnerung an die Laubharkerei bleiben die dreckigen
Beine... sieht leider auf dem Bild nicht so imposant aus wie in der
Realität – aber wir waren untenrum echt braun vor Staub und Dreck.
Was die Füße angeht... joa... ich als Fusshasser hab hier so meine
Problemchen... alle in Flip Flops... alle mit dreckigen Füßen und
alle mit dreckigen Zehennägeln... allen voran ich selbst :D Man
kriegt den Siff einfach nimmer weg – frisst sich regelrecht in alle
Ritzen rein. Und wenn sich jemand einbildet, er hätte kaum Hornhaut
an den Füßen: dachte ich auch!!! Hier hilft keine Stahlbürste mehr
– am besten wäre wohl AMPUTATION oder wie Ursel sagen würde:
Notschlachten!!!!!
| Pfui :D |
Zum
Abendessen gab es Hackklöße mit Salzkartoffeln – ob das nun
Königsberger-Klopse oder sonst was waren, lass ich mal
dahingestellt... Elke hat deutsch für uns gekocht und ich fand's
super :D
Abends
saßen wir auf der Couch vor dem freien Gästezimmer neben Elkes
Behausung, da hier der beste WLAN-Empfang ist... leider stellte sich
dies aber als kurzes Vergnügen heraus, denn Elke stellt das WLAN ab,
wenn sie ins Bett geht – und sie geht früh ins Bett!!! Sowieso hat
man hier eh beschränkten WLAN-Empfang, denn nach schlechten
Erfahrungen mit fremden Nutzern des WLANs möchte Elke nicht mehr,
dass Fotos o.ä.hoch- oder runtergeladen werden. Kann ich auch
verstehen – so mittelalterlich, wie die Australier in Sachen
Internet- oder Telefonflatrates unterwegs sind, muss man die
Internet-Nutzer echt im Auge behalten. Elke hat monatlich nur einen
bestimmten Mega- oder Gigabyte-Rahmen für's Internet und wenn das
überschritten wird, zahlt sie drauf. Umso beschissener ist es für
mich, dass ich hier mit meinem deutschen Smartphone keinen Empfang
hab. Ich kann das Xperia Xeo nämlich zum mobilen WLAN-Spot umwandeln
und dann über das Smartphone mit dem Netbook ins Internet –
allerdings nur, wenn ich mit dem Smartphone Empfang hab.... arrrgh!!!
| Mein Xperia Neo als mobiler WLAN-Hotspot... tolle Technik... sofern man Empfang hat :( |
Dumm
gelaufen ist dazuhin noch, dass ich heute aufgrund der schlechten
WLAN-Verbindung bei meinem deutschen Mobilfunkanbieter den Code für's
'Online-Banking' drei mal falsch eingegeben hatte – und da ich mit
O2 hier erst recht keinen Empfang habe, kann ich natürlich auch den
Freischaltcode nicht empfangen. Soooo dumm kann's laufen – gleich
mal ne E-Mail an den O2-Support geschickt. Bin gespannt :D Auch bin
ich sehr gespannt auf Infos von meiner Informantin U.E.aus M.in D.was
mein Problem mit dem hiesigen Handyempfang angeht. Parallel hierzu
habe ich allerdings auch schon einen Beitrag im Reisebine.de-Forum
geschrieben. Vielleicht wird mir hier geholfen.
Für
Alle, die sich rund um das Thema Work&Travel informieren möchten,
kann ich www.reisebine.de nur wärmstens empfehlen. Im Forum findet
man auf alle Fragen eine Antwort und ansonsten ist die Seite auch
sehr hilfreich aufgebaut.
Zum
Einschlafen habe ich heute gegen die Moskitos wieder nicht wie
geplant mein Moskito-Netz aufgehängt sondern den Ventilator
angestellt. Auf Wind reagieren die Viecher nämlich allergisch.
Dadurch, dass meine Zimmernachbarin Katrin gefühlte 100 Mal auf Klo
muss jede Nacht und dazuhin noch verfrorener ist als ich selbst es im
Normalfall bin, kann sie das Teil auch ausstellen, wenn's ihr zu viel
ist. Hauptsache, ich kann ohne Moskito-Summen im Ohr einigermaßen
einschlafen :D
Leider
gilt es an dieser Stelle noch zu erwähnen dass meine geliebte
Handtasche jetzt tatsächlich den Geist aufgibt. Schon in Deutschland
war sie brüchig und lädiert – aber jetzt sind die porösen
Stellen leider auch noch aufgeplatzt und es quillen die Innereien
einer Kunstledertasche heraus. Der Anblick ist womöglich noch
ekliger als Innereien eines Echt-Leder-Wesens :D (Bevor mir jetzt
hier jemand die Tierschützer auf den Hals hetzt: das war ein
SPASS!!! Ich kauf doch eh kaum was aus Echt-Leder!!!!)

Ich will so n Gecko... bring mir son EI mit :D
AntwortenLöschenDie Liss
hahaha... denke nicht, dass das ei es überleben würde :(
LöschenDann werd Gecko-Mama.
LöschenAuf Lanzarote sind die Dinger auf allen Bilderrahmen und Souvenirs... jetzt will ich im so mehr eins :D
kannst dir im terrarium halten ;)
LöschenNachtrag: hab mir nun ganze 4 Leoparden-Geckos von einer Freundin angelacht!!!
Löschenein Männlein und drei Weiber (drei nomaniten und ein strip)!!!
Die Teile sind ja sooooooo geil!!!!!
wie? haste komplett übernommen? oder was meinst mit 'angelacht'?
LöschenLiebe Susi,
AntwortenLöschenals ich vor 16 Jahren hier in der Einöde gelandet bin, mußte ich auch erstmal lernen was die Ureinwohner von Weilen mit wischen meinten. Als ich einen Besen in die Hand bekam mit den Worten das ich wischen soll, aufgrund meiner Fragezeichen in den Augen wurde ich dann erst einmal aufgeklärt. Tja, Deutsche Sprak, schwere Sprak...;-)
....die Kaltwäsche gefällt mir garnicht, wie soll denn da alles sauber werden???? Vielleicht kannst Du da mal Entwicklungshilfe leisten.
Alle Achtung vor Ken, ich bin da gegen ihn ja ein "Weichgespülter-warm-dusch-Dauercamper".
Bist Du eigentlich blonder geworden??? Bei Deinen Füßen hilft nur noch ein Hochdruckreiniger. :-)
nee, kaltwäsche ist echt sch... aber ich werd damit leben müssen - kann ja nicht alles ändern hier ^^
Löschenmeine haare werden heller von der sonne ja - die tönung wäscht sich auch immer mehr raus... sollte vielleicht mal schauen, was ne packung schwarze farbe im supermarkt kostet ^^