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Donnerstag, 20. September 2012

Wwoofen im Regenwald Tag 3


4:00 Uhr Nachts... Sue hat nach mir geschrien... ich wollte aus dem Bett springen... dachte, es sei was passiert... hatte vergessen, dass ich – zum Schutz gegen Insekten - in meinem Schlafsackinlet liege und bin erst mal der Länge nach auf die Nase geflogen... passiert war zum Glück nichts... weder mir noch Sue oder Graham... aber ich bekam DAS hier zu Gesicht:


Zwei braune Baumnattern in Sues und Grahams Schlafzimmer, die beim Liebesspiel aus der Dachkammer gefallen waren. Da wir erst Mittags über Schlangen geredet haben - ich unbedingt welche sehen wollte - dachte Sue, es sei verzeihlich, wenn sie mich für dieses Ereignis aufweckt. Und ich hab ihr verziehen!!! In der Bettdecke wurden beide Schlangen nach draußen befördert, wo wir ihnen beim davonschlängeln hinterherschauen durften – wahrscheinlich kehren sie so oder so zurück in die Dachkammer – aber das stört hier niemanden. Diese Nattern sind zwar giftig und aggressiv – aber nicht tödlich für Menschen ;)





Andere Viecher hier – die mir weitaus unangenehmer sind als Baumnattern – sind die 'March Flies'... für mich sind das Pferdebremsen. Graham meinte allerdings, dass 'Horse Flies' wieder was anderes seien. Auf jeden Fall sind es schreckliche Zeitgenossen und hier im Übermaß vorhanden.




Man kann sich keine 5 Sekunden irgendwo still hinstellen, schon kommen sie an und man hat teilweise ein dutzend dieser Tiere an Körper kleben – wird man gestochen, blutet es erst mal ordentlich und man bekommt nen riesigen Huppel!!! Beim Pflanzen-Gießen oder Unkraut-Rupfen hat man also denkbar ungünstige Karten, da man sich nicht viel bewegt... und obwohl Sue und Graham einige Male herzhaft über meinen 'March-Fly-Dance' lachen konnten, hat Sue mir Klamotten geliehen, die zwar nicht ausgeh-tauglich, aber dafür sehr praktisch sind, da weit und flatterig. Dies macht es den March Flies schwerer ihre Rüssel in meine Haut zu bohren.


Mein Werk - um die Obstbäume herum
Unkrauf rupfen, Stroh verteilen und gießen.
Und es waren nicht nur drei Bäumchen,
sondern eher 20+


Vor'm Mittagessen haben wir über Motorräder geredet und ich hab mal wieder voller Stolz das Bild von mir, Matze und Tommy hergezeigt – Sue meinte, ich würde hier glücklicher aussehen als auf dem Bild aus Deutschland... na klar... ich wohne ja auch gerade im REGENWALD :D

Nachdem ich jedenfalls den Beweis geliefert hatte, dass ich mehr als nur Auto fahren kann, hat Sue mir eine Fahrstunde auf dem Quad gegeben – es ist schon wichtig zu wissen, in welchem Gang man die steile Zufahrtstraße hoch und runter fahren sollte um die Bremsen beim Ab nicht über zu strapazieren und beim Auf nicht ungewollt stehen zu bleiben. So ein Quad ist was komplett anderes als ein Motorrad – aber für unwegsames Gelände sind vier Räder und Allradantrieb tauglicher als ne R6 ;)



WIE steil die Zufahrt tatsächlich ist, durfte ich dann Mittags erfahren, denn meine Gastgeber baten mich, die beiden scharfen Kurven zu fegen. Der Kies und herunter gerollte Steine sind nämlich nicht gerade förderlich für ein sicheres Befahren des Weges. Teilweise musste ich – trotz guter Laufschuhe – sogar meinen Susl-internen Allradantrieb einlegen und auf allen Vieren an den Straßenrand krabbeln, da ich rückwärts beim fegen bergab gerutscht bin :D


Man sieht es schlecht - aber am Wasser
in der Flasche kann man erahnen, wie steil
die Straße ist.



Nach einem wunderbaren Abendessen musste ich eine ungeplante Pause beim Abwasch einlegen, da Hunde-Oma Brandy ihr Geschäft in der Küche verrichtet hatte und erst mal geputzt werden musste. Die arme Hündin – man sieht ihr das Alter wirklich an. Sie ist nicht sicher zu Fuß und will unter Umständen drei mal hintereinander hinausgelassen werden, da sie vergessen hat, dass sie ihr Geschäft bereits erledigt hat. Genauso wie Brandy mit den Altersbeschwerden zu kämpfen hat, kämpft auch Graham. Er hatte vor nem halben Jahr eine Operation an der linken Hand, was leider nicht mehr richtig verheilt ist und mit seinen knapp 70 Lenzen kann er auch nicht mehr so leichtfüßig im Dschungel hin und her springen wie er es gerne wollte. Heute hatte er ein geschwollenes Auge und ist mit Sue nach Innisfail zum Doktor gefahren – kam mit Antibiotika zurück :-(

Mein erster Saurer Sprudel seit ich in Australien bin - hab
direkt Schluckauf davon bekommen ^^

Lecker Abendessen - Zitronen-Hühnchen mit frischem Gemüse

2 Kommentare:

  1. Also,da schlitterst ja von einem Abenteuer ins nächste...da wird es Dir ja echt nicht langweilig. Was Du da schon in so kurzer Zeit erlebt hast Wahnsinn!!!!
    Deine Klamotten sehen bequem und praktisch aus und irgendwie passt das voll in die Umgebung rein, als ob Du schon immer da gewohnt hast.
    Voller Neid und staunen werde ich Deinen Blog weiter verfolgen, dass ist bei mir inzwischen wie eine Dokumentation mit Vorsetzung über Australien.
    Es wäre Jammerschade gewesen wenn Du nicht gegangen wärst, ich glaube nicht das Du sowas nochmal so schnell erleben wirst.
    Ich bin stolz auf Dich mein tapferes Mädel. :-)
    Und wieder einmal Lg Birgit ( Dein heimlicher Fan)

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    1. heute auf den tag bin ich zwei monate unterwegs... die zeit sprinten nur so davon!!!!
      hier gefällt es mir auch unheimlich gut... aber die march flies... ich sag's dir... die march flies!!!!!!!
      ganz liebe grüße

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