Seiten

Dienstag, 30. Oktober 2012

Melbourne Tag 3



Wieder mal musste ich denken, dass Australier herrlich unkompliziert sind – denn ich hab von der Wwoofing-Organisation schon jetzt eine nette Antwort zu meinem abhanden gekommenen Buch erhalten. Sie werden mir für umsonst ein Ersatz-Buch zuschicken – und das alles ohne groß einen Identifikationsnachweis oder sonstiges zu verlangen. Wirklich sehr nett.

Mit'm Motorrad sind Brad und ich dann nach Melbourne rein gefahren – einerseits ein tolles Gefühl endlich mal wieder auf nem Motorrad zu sitzen... andererseits aber auch ein sehr seltsames Gefühl hinter einem Typen auf ner 750er Suzuki Platz zu nehmen, der kleiner is als ich – ich hab nämlich komplett über ihn drüber gesehen und da die Maschine auch nicht gerade groß ist, saß ich ziemlich verkrüppelt da und konnte die Fahrt nicht wirklich genießen.


Da hockt er - der kleine Mann vor mir ^^


Wir steuerten den Queen Victoria Market an – laut Brad der größte Markt in der südlichen Hemisphäre. Sein Bruder Mik arbeitet hier als Metzger und hatte heute dazuhin noch Geburtstag. Dieser Tag musste natürlich nach Miks Feierabend (14:30Uhr) begossen werden und so sind wir direkt in den nächsten Pub spaziert. Sprich: ich hatte am frühen Nachtmittag schon 5 Bier intus oO




Wellensittiche... ich glaube, die würden hier in Australien
einfach so rumflattern - die einzigen Expemplare seh ich
aber immer nur tot im Museum oder in Käfigen von
Zoohandlungen oO

Bartagamen für 75-90AUD

Um sich Schlangen zu halten, braucht man in Australien
eine Lizenz!!

Mik und Brad im Fleischladen, in dem
Mik als Metzger arbeitet.



Mik, ich und Brad... Bier - mittags um Vier.

Ein Paar Eindrücke von Melbourne...


Ja bin ich denn in Paris???

Federation Square

Bahnhof

Wie in Stuttgart die Fahrräder zum mieten - allerdings völlig
für'n Arsch hier - denn es ist verboten ohne Helm zu fahren oO

Ich weiß nicht, was die Aussies an der 'Frozen Coke' finden...
ich mags nicht oO



Will uns das Nummernschild was sagen??? ^^



Nach einem kurzen Abstecher zum Federation Square fuhren wir schnell nach Sunbury zurück – tauschten das Motorrad gegen den Holden und fuhren weiter zu seinem Bruder nach Hause, der uns zum Abendessen eingeladen hatte. Mik und seine Freundin Sandy haben ein Baby – kein halbes Jahr alt und als wir ankamen waren beide Elternteile heillos betrunken. Was man Mik allerdings lassen muss: das Essen war total lecker – gegrilltes Lammfleisch mit und Salat. Sandy bat uns hinter Miks Rücken früh wieder zu gehen, da Mik am nächsten Tag wieder um 4Uhr früh arbeiten musste – aber obwohl das Baby ab elf durchgeschrien hat und auch ich heim wollte, hat Brad sich mit seinem Bruder einen Chivas-Cola nach dem anderen reingepfiffen und einfach keine Anstalten gemacht zu gehen.

Weit nach Mitternacht endlich zurück in Sunbury holte Brad dann schon wieder den Jacky aus dem Schrank. JA, ich trinke gerne Jacky – aber im Normalfall trinke ich nicht, wenn ich nicht vorhabe mich zu BEtrinken. Außerdem: hatte er nicht schon genug gesoffen heute Abend obwohl er noch Auto gefahren war??? Nach seinem Spruch: „Du wirst mich ja wohl nicht alleine weiter trinken lassen“ bin ich einfach nur kopfschüttelnd in mein Zimmer verschwunden und hab ihn in der Küche stehen lassen.

Im Bett habe ich lange darüber nachgedacht, wieso ich in meinen Erinnerungen an Brad ein so dermaßen anderes Bild von ihm hatte – und mir wurde erschreckenderweise klar, dass er schon in Darwin immer nur vom Saufen gesprochen hatte. Auch dass Aurelie eine schlimmere Zicke ist als ich selbst es bin, hatte ich schon in Darwin gemerkt. Und bei der gemeinsamen Tour zum Cape Tribulation hatte ich mich bereits über Tobis Fahrstil und seine Besserwisserei geärgert. In den letzten Wochen hab ich auch des öfteren bereut, dass ich Sue und Graham verlassen hab – aber wenn ich genauer drüber nachdenke, schien mir im Regenwald auch nicht immer die Sonne aus dem A..., denn die Arbeit in der Tropenhitze war hart und die March Flies haben mich täglich an den Rand der Verzweiflung getrieben.
Und trotz allem hab ich den Kontakt zu Aurelie, Brad und Tobi aufrecht erhalten und hab sogar auch schon mal überlegt zurück nach Innisfail zu Sue und Graham zu gehen...
Wieso sind denn meine Erinnerungen immer so verzerrt? Erinnere ich mich immer nur an die guten Sachen – und vergesse darüber die schlechten? Klammere ich mich einfach zu oft an das Bekannte – egal, ob es gut oder schlecht war? Fragen über Fragen... und auf der Suche nach Antworten bin ich eingeschlafen...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen