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Freitag, 30. November 2012

Wwoofen in Blampied Tag 5 - Schafe werden verkauft


Hitomi und ich haben beschlossen heute früher anzufangen – eine Stunde im Weinberg und dann den gewohnten Gang um neun zu Rod auf die Farm. Es ging eine gefühlte Ewigkeit, bis wir aus den Betten waren... uns beide plagte der Muskelkater, die allgemeine Erschöpfung und die Hitze bzw.Schwüle, die uns schon früh am Morgen zu Schweißausbrüchen trieb – bzw.mich mehr als Hitomi. Ich hab sowieso den Verdacht, dass Asiaten weniger schwitzen als 'Weiße'. Oder schwitze nur ich so unglaublich viel!?!?!



Rod hat uns auf dem Feldweg abgefangen, die beiden Japanerinnen zum Gießen ins Gewächshaus geschickt und mich mitgenommen um den Käfigaufsatz für den Anhänger klar zu machen. Heute wurden nämlich die 18 Schäfchen, die wir gestern aussortiert haben, abgeholt und vom Käufer zum Schlachter gebracht (Rod bekommt 100AUD pro Schaf – weiß jemand um die Preise für Schafe in Deutschland???). Ich hab keine Ahnung, weshalb Rod gerade mich für diese Aufgabe ausgesucht hatte – wahrscheinlich, weil ich von uns dreien die Stämmigste bin – das heißt doch aber noch lange nicht, dass ich auch die meisten Muckies hab, oder?!?! Es war eine ganz schöne Plackerei, bis wir den Käfig auf dem Anhänger hatten. Anheben – Holzblock unterlegen – anheben – unterlegen – dann ist das ganze Gebilde auch noch beinahe umgekippt und ich hab es mit meinem KNIE abgefangen – anheben – unterlegen – anheben – unterlegen und dann das schwere Gestell auf den Hänger schieben. Ufff oO



Außer der Sache mit der Schwitzerei hab ich noch weitere Eindrücke von den Japanern kund zu tun: sie sind langsam!!! Ich selbst bin ja schon nicht die Schnellste zu fuß – aber die beiden unterbieten mich noch um Längen. Bei manchen Tätigkeiten auf der Farm legen sie ein ordentliches Tempo hin – aber alles, was mit gehen oder laufen zu tun hat – SCHNECKENTEMPO!!! Ich hab Hitomi mal darauf angesprochen und sie gab ganz geknirscht zu, dass ihr das auch schon aufgefallen sei. Außerdem sind die beiden (glaube ich) nicht die Hellsten – heute sollten wir 90 Gurken-Setzlinge in zwei Reihen im Gewächshaus einpflanzen... Sakiko war das Beet abgelaufen und so dachte ich, sie hätte grob kalkuliert, welchen Abstand wir zwischen den einzelnen Pflänzchen haben sollten um mit der Anzahl hinzukommen. Auf meine Frage hin hat sie mich jedoch nur mit großen Augen angeschaut und meinte, sie hätte lediglich die von der Gewächshausdecke herunterhängenden Seile gezählt, an denen die Pflanzen hochwachsen bzw.-klettern können. Es seien jedoch nur gut 20 Stück und in unregelmäßigen Abständen und sie wisse jetzt auch nicht, wie wir da jetzt 45 Setzlinge unterbringen könnten... BÜDDE????? Hitomi war genauso ratlos und die beiden glotzten miteinander die Seile an, an denen wir uns ohnehin nicht zu orientieren brauchten, da diese VERSCHIEBBAR waren. Letztendlich haben sie beide geguckt wie Autos, als ich die Strecke am Beet entlang abgelaufen, 25 Schritte gezählt und verkündet hab, dass wir etwas größere Abstände als meine Schritte nehmen und dann pro Schritt zwei Setzlinge in zwei Reihen einpflanzen. Das ist doch Mathe der ersten Klasse oder nicht?!?! Team Japan hat mich regelrecht mit Lob überschüttet als hätte ich gerade aus einem Pappkarton eine Rakete gebastelt oO So langsam dämmerte mir nun aber auch, was Rod gestern beim Pflanzen der Setzlinge auf dem Feld meinte, als er mich anwies die erste 'Schicht' der Korrekturen zu übernehmen und dazu sagte: 'Die Deutschen müssen erst zeigen, wo's lang geht – dann kommen die Asiaten hinterher.' Hahahahahahaha :D Generell mag ich ja Asiaten und fand den Spruch nun im Nachhinein etwas fies – aber was mir bei den Beiden doch ziemlich gegen den Strich geht, ist deren Wasserverbrauch – Sakiko ist noch extremer als Hitmoi – sie spült nämlich ihr Geschirr unter laufendem Wasserhahn und duscht gefühlte 30 Minuten mit voll aufgedrehtem Wasser. Ich hatte Hitomi darauf angesprochen – sie meinte, in Japan würde sich keiner Gedanken über Wasser- oder Stromverbrauch oder Umwelt im allgemeinen machen. Sie selbst hätte das auch erst hier in Australien gelernt, als auf einer ihrer Wwoofing-Farmen das Wasser knapp war und sie drei Tage nicht duschen konnten. Meine Frage jedoch, ob sie nun aus ihren Erfahrungen gelernt hätte und zurück in Japan darauf verzichten würde ihr Geschirr unter fließendem Wasser zu waschen, verneinte sie mit dem Kommentar, dass wir doch genug Wasser auf der Erde hätten... was soll man dazu noch sagen?!?! :-(

Gurken pflanzen im Gewächshaus

Überall alte Karren auf dem Gelände


Heute war im Farm-eigenen Restaurant eine Weihnachtsfeier. Ich konnte es kaum fassen – 35 Grad tagsüber und abends eine WEIHNACHTSFEIER!! Hierfür benötigte Doug zwei von uns als Spülhilfen in der Küche und Hitomi und Sakiko rissen sich beinahe um die Aufgabe. Wahrscheinlich weil diejenigen, die heute Abend helfen, morgen mit zum Markt in Daylesford dürfen. Hmmm... ich ging stark davon aus, dass ich es überleben würde, wenn ich nicht mit nach Daylesford kann und so genoss ich heute Abend die Einsamkeit in der Küche und wuschtelte vor mich hin. Leider kam dabei nur ein brockiger Kartoffelbrei und ne Schüssel voll Nudeln heraus. Was die Soße angeht... joa... Soßen... da hab ich hier generell so meine Probleme... nämlich: wie macht man eine Rahm- oder Bratensoße wenn man keine Maggi- oder Knorr-Packung zur Hand hat???? Hahahaha :D

2 Kommentare:

  1. Wie ich sehe leistest Du da unten Entwicklungshilfe für Asiaten, ich dachte immer das die so Intelligent sind....:-)
    Lg Birgit

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    1. ja, dachte auch, dass japaner was in der birne haben - offensichtlich doch nicht oO

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