Dienstag,
14.5.2013
| Hier mal wieder ein Beispiel für die Unmengen an Fliegen, die man hie rum sich herum hat. |
Voller
Tatendrang und Vorfreude auf die bevorstehende Schnorchelaktion
machten wir uns auf den Sandpisten zurück auf den Weg zu den
beliebtesten Schnorchelplätzen des Nationalparks. Unterwegs galt es
ein trockenes Flussbett – bzw.ist es nur während Ebbe trocken und
passierbar – zu durchqueren und als wir dort ankamen wurden wir
Zeuge einer unglaublichen Dummheit: obwohl überall Warnschilder
wegen des sehr weichen Sandes standen und es quasi verboten war mit
Anhängern oder gar normalen Autos durch zu fahren, steckte mitten im
Flussbett ein Allradfahrzeug mit einem Anhänger auf dem sogar noch
ein kleines Boot war. Wenn man hier gerade so mit nem Allradfahrzeug
allein durch kommt – auch nur mit viel Anlauf und Erfahrung bei
Sandfahrten – wie kommt dann einer auf die Idee hier mit einem
Anhänger mit Boot durchheizen zu wollen??? Es kann bis zu einer
Stunde dauern bis Hilfe hier unten im Park ist und was ist, wenn in
der Zwischenzeit die Flut kommt??? Dann kann man nur noch in sein
Boot auf dem Anhänger steigen und seinem Auto beim Volllaufen
zuschauen. Wie dem auch sei – wir konnten das Flussbett nicht
passieren bis dieser Dummkopf aus dem Weg war und so schauten wir der
Rettungsaktion zu, die darin bestand mit zwei zusammengebundenen
Abschleppseilen die Karre vom Flussufer aus aus dem Sand zu ziehen.
Einige Male riss der Knoten zwischen den Seilen und nach über einer
halben Stunde war es schließlich geschafft und wir konnten uns auch
wieder in Bewegung setzen.
| feststeckender Anhänger |
Ich
hatte ja bereits einige Mal erwähnt, dass wir nicht gerade Glück
hatten mit dem Wetter. Genauer gesagt war es unverhältnismäßig
kalt. Dazuhin noch ständig bewölkt und ab und an regnete es. Wer
mich kennt weiß, dass ich ein extrem verfrorenes Weibsbild bin und
ICH sollte bei diesen eisigen Temperaturen ins Wasser steigen um zu
schnorcheln??? Naja – ich wusste ja nicht, ob ich jemals in meinem
Leben wieder hier kommen würde und hab mich den Kalt-Wasser-Dämonen
gestellt. Wenn man erst mal im Wasser war, ging es auch eine geraume
Zeit lang gut. Aber beim Schnorcheln bewegt man sich nun nicht gerade
viel sondern gleitet nur durch das Wasser und deshalb kühlt man auch
schneller aus. Dennoch waren 'Oyster Stacks' und 'Turquoise Bay'
wunderschöne Stellen um die Unterwasserwelt zu erkunden.
Bei
'Oyster Stacks' kommt man nur ins Wasser, wenn man über Felsen ins
Wasser klettert – hierbei muss man aufpassen, dass die Wellen einen
nicht gegen die Steine schleudern – dies führt zu unangenehmen
Abschürfungen – was mir jedoch entgegen meiner Erwartungen erspart
blieb. Ist man dann aber mal im Wasser bzw.unter Wasser, kommt man
aus dem Staunen nicht heraus. Die Unterwasserwelt hier sieht genauso
toll – wenn nicht sogar besser – aus als am Great Barrier Reef
und wir haben doch tatsächlich einen Riff-Hai gesehen, der nur
wenige Meter entfernt an uns vorbei geschwommen ist. Riff-Haie sind
für Menschen total ungefährlich, da sie nur kleinere Fische fressen
– dennoch erschrak ich kurz, als ich dieses Raubtier so nah an mir
vorbeischwimmen sah.
Bei
'Turquoise Bay' findet man dann einen wunderschönen Sandstrand vor,
an dem man zunächst einige Meter entlanglaufen und dann ins Wasser
kann um sich mit der Strömung parallel zum Strand hin zurück
treiben zu lassen. Man muss sich hierbei also überhaupt nicht
bewegen, sondern sich einfach nur ins Wasser legen und die Augen
offen halten. Ich musste diesen Schnorchelgang leider frühzeitig
abbrechen, da ich am ganzen Leib zitterte und Mark mich darauf
hinwies, dass ich schon dunkelblaue Lippen hätte und beim dritten
Schnorchelplatz 'Lakeside' konnte ich dann beim besten Willen nicht
mehr ins Wasser steigen, weil ich immer noch zitterte wie Espenlaub.
| Backpacker, die einen kleinen Hai gefangen und getötet haben - es stellte sich heraus, dass die Jungs sogar Deutsche waren. Unglaublich - Haie jagen ist verboten und illegal!!!!! |
| brrrr.... ganz schön kalt ^^ |
Dennoch
war ich froh hier im Nationalpark geschnorchelt zu sein und an dieser
Stelle möchte ich nochmal erwähnen, dass das Ningaloo Reef dem
Great Barrier Reef in nichts nach steht. Wenn man 'nur' Schnorcheln
und nicht professionell Tauchen gehen möchte, würde ich auf jeden
Fall dieses Riff an der Westküste empfehlen. Um das Great Barrier
Reef macht man meiner Meinung nach sowieso zu viel Wirbel. Klar –
es ist das größte Korallenriff der Welt, eines der sieben
Weltwunder der Natur und das größte, von lebenden Organismen
geschaffene Bauwerk, das sogar vom Weltall aus gesehen werden kann.
Jeder kennt das Great Barrier Reef und jeder, der an Australiens
Ostküste war, sollte es gesehen haben – dennoch muss ich jetzt
einfach mal sagen: ich war schon in Thailand und Panama schnorcheln
und jetzt hier am Ningaloo Reef und am Great Barrier Reef hat man
nicht unbedingt die besten Aussichten auf die Unterwasserwelt unseres
Planeten. Viele Teile des Riffs sind der Öffentlichkeit sowieso
nicht zugänglich sind und die anderen Teile sind überlaufen mit
tausenden Touristen pro Jahr. So – jetzt aber genug gelästert –
ich will ja auch nichts schlecht reden, sondern einfach nur sagen
wie's ist :)
| Regen :-( |
Da
nun eine längere Fahrt vor uns lag checkte Mark an der Tankstelle in
Exmouth nochmal kurz den Landcruiser durch und füllte Öl und
Kühlwasser nach und wechselte eine Lampe, denn Bruce war auf einem
Auge blind geworden. Wir verließen jetzt die Küstenstraßen und
fuhren Inland weiter Richtung Tom Price – wo laut Aussagen vieler
Reisender der schönste Nationalpark Australiens sein soll: der
Karijini Nationalpark. Heute würden wir dort allerdings nicht mehr
ankommen und rasteten über Nacht auf der Giralia Station – einer
Art Farm, die jedoch Bushcampingplätze auf deren Grund und Boden und
auch Zimmervermietungen anbietet. Wir kamen bei Dunkelheit an und
konnten leider die Umgebung nicht mehr erkunden – aber am nächsten
Morgen sollten wir dafür umso dümmer aus der Wäsche glotzen...
gefahrene
Kilometer: ca.240km
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