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Samstag, 15. Juni 2013

Mit Mama auf Tour Tag 8 - Mataranka Hot Springs, Daly Waters Pub


Nathan hatte gestern in Katherine Teig in Flaschen gekauft und ohne dass wir viel dazu tun mussten, wurden uns heute Morgen in aller Frühe Pfannkuchen serviert.

Pfannkuchen... yummy!!!


Nathan hatte es dann plötzlich ziemlich eilig, weil wohl jeden Morgen um 9:30Uhr eine Barramundi-Fütterung in Mataranka stattfindet, die er uns unbedingt zeigen wollte. Mataranka liegt gute 100km weg von unserem Campingplatz und so gab Nathan dem Tourbus ordentlich die Sporen. Wir hätten es auch geschafft – wäre nicht direkt nach der Ankunft etwas dazwischen gekommen: Weil Nathan so nen Stress machte, wollte Mama etwas zu schnell aus dem Bus raus springen und kam irgendwie ins Taumeln, versuchte sich reflexartig an einer Wassersprenkler-Stange festzuhalten aber kullerte dennoch mehr oder weniger elegant über die Erde. Dies wäre alles halb so schlimm gewesen, wenn besagte Stange nicht so rostig und rau gewesen wäre, dass sie Mama die halbe Hand aufgeschlitzt und einiges an Haut abgezogen hätte. Vor lauter Aufregung verpassten wir dann die Fütterung – dafür bekam der Patient von Nathan einen professionellen Verband und wir im Anschluss sogar noch eine kleine private Vorführung mit einem riesigen Barramundi.

Autsch :-(
Ich muss aber noch sagen: Obwohl es eigentlich nicht
lustig war, bereue ich es, kein Video vom Sturz selbst
gemacht zu haben - hat sooooo lustig ausgesehen :P


Riesiger Barramundi

Der kam so schnell aus dem Wasser geschossen...
konnte ich nur mit Highspeed-Aufnahmen
festhalten

Ein Pfau spazierte einfach so durch das Garten-Restaurant


Auch in Mataranka gibt es heiße Quellen – sogar noch schöner als die in Katherine. Das Wasser ist unglaublich klar und warm und auch hier kann man sich in die Strömung legen und dem Bachlauf entlang treiben lassen. Kaum zu glauben: der Ursprung dieser Quelle liegt tausende von Kilometer weg in Papua Neu Guinea. Und ebenfalls kaum zu glauben: quer über den Bach hatten riesige Spinnen ihre Netze gebastelt und teilweise musste man untertauchen um nicht in einem davon hängen zu bleiben. Nichts für schwache Nerven – zum Glück in Spinnen-Hinsicht kein Problem von uns Koch-Frauen :D

Schööööön warm :D

am linken Rand sieht man ein bisschen von den vielen
Spinnennetzen, die hier über den Bach gespannt waren.
Manche Spinnen können so feste Netze spinnen, dass sogar
Vögel darin hängen bleiben können. Wie sie jedoch über
das Wasser kommen ist mir nicht so ganz klar...

Unsere Wäscheleine im Bus

Typtisches Australien-Bild :D


Unterwegs Termitenhügel gesehen, denen menschliche
Klamotten angezogen worden sind – leider hab ich
es nicht geschafft vom Bus aus ein Bild zu machen
und musste dieses stehlen…
Quelle: 
http://www.abc.net.au/local/photos/2013/08/30/3837727.htm

  
In Larrimah hätten wir eigentlich die letzte Nacht verbringen sollen – aber da wir den Tourplan über den Haufen geworfen und in Katherine geschlafen hatten, machten wir jetzt eben einen kurzen Stopp, da die Besitzer wohl mit uns rechneten. Wieder eine dieser ‚Absprachen‘ zwischen Tourcompany und Raststätte, die garantierte Gäste einbringen sollen. Ich verstand jetzt aber auch, wieso Nathan immer etwas abwertende Kommentare über diesen Ort abgelassen hatte und wieso er sich gestern voller Tatendrang daran gemacht hatte, uns wo anders ein Nachtlager zu organisieren: zum Campingplatz bzw. zur Raststätte gehört ein kostenloser kleiner Zoo mit einheimischen Tieren. Jedoch ist diese Einrichtung derart heruntergekommen und die Tiere werden dermaßen schlecht gehalten, dass man es ihnen sogar schon auf die Entfernung ansieht. Beispiel: ein Kakadu, der sich schon selbst alle Brustfedern ausgerupft hat und ein kleines Känguru, das mit vereiterten Augen und nur noch zitternd und röchelnd am Boden lag. So schlimm es hier auch ist – es findet dennoch regen Zuspruch. Auch in unserer Gruppe. Als Tourist ist es verständlicherweise schwer der Versuchung zu widerstehen endlich mal ein Känguru streicheln zu dürfen. Dennoch würde ich sagen: diesen Ort sollte man meiden solange die armen Tiere derart schlecht behandelt werden!!!


Emus in viel zu kleinem Gehege



total verdreckte schwarze Kakadus

krankes Känguru

weißer Kakadu, der sich selbst alle Brustfedern
ausgerissen hat :-(


Mittagessen hatten wir im wohl bekanntesten Pub Australiens: dem Daly Waters Pub. Obwohl es eigentlich inmitten eines riesigen Nichts liegt – ist es solch ein beliebter Pilgerort für allerei Reisende, dass die Dekoration des Pubs mit den Jahren Zeuge hiervon geworden ist. Alles hängt voller Schildkappen, Geldscheinen, abgelaufenen Ausweisen, T-Shirts und sogar BHs und der Ort verströmt eine seltsame Atmosphäre, die einem das Gefühl gibt an irgendwas besonderem teilzuhaben, das sich jedoch nicht so richtig definieren lässt. Wahrscheinlich liegt das aber auch nur daran, dass eben in jedem Reiseführer über dieses Pub berichtet wird und man einfach das Gefühl hat hier vorbei kommen zu ‚müssen‘, wenn man schon mal auf der Durchreise ist. Historisch gesehen gibt es über diesen Ort folgendes zu berichten: John McDouall Stuart, der als erster Europäer den Australischen Kontinent von Süden nach Norden durchquerte, stieß hier auf einige Wasserlöcher und schnitzte in irgendeinen Baumstumpf sein Initial ‚S‘.







Im Garten des Pubs gibt es einen BBQ-Bereich, den jeder
nutzen kann. Sehr schön und total Australien-like.

Mit Pool und Bananenstauden im Garten

Vogel, der sich was geschnappt hat von uneren Resten


Zufälligerweise kamen wir dann auch noch in den Genuss einen pensionierten Jagdbomber (F111) aus nächster Nähe betrachten zu können. Dieser wurde nämlich gerade von Queensland nach Darwin überführt, wo er im Luftfahrtmuseum seinen wohlverdienten Ruhestand genießen kann. Solch ein Ereignis ist ja auch daheim in Deutschland immer groß in den Medien und obwohl riesige Schwertransporte in Australien zum täglichen Bild gehören, wurde dieser Kampfjet von dutzenden Reisenden umströmt, fotografiert und Geschichten über Kriege wurden von den ‚Grey Nomads‘ (reisende Rentner) um uns herum erzählt – und wir durften live dabei sein – cool, oder?!?!

Schwertransport mit dem F111

Mit nem Känguru am Kampfjet :D


Und Mama wieder total fasziniert von den Motor-Schnorcheln :D


Den nächsten unerwarteten Stopp legte Nathan am Straßenrand mitten im Nirgendwo ein um uns zu zeigen, wie wir im Outback überleben konnten, sollten wir mal hier ohne Nahrungsmittel und Wasser stranden. Wir konnten zunächst nicht nachvollziehen, wieso er im Gebüsch hin und her rannte, an Ästen zerrte und sogar welche abriss – bis er endlich grinsend zum Bus zurück kam und uns seine Ausbeute zeigte: Wood Grubs!!! Dicke, weiße Maden – aus denen mal dicke, braune Käfer werden sollten – und die sich unter Rinden oder gar in Baumstämmen einnisten. Und man kann sie essen!!! Zunächst werden sie mit einem scharfen Messer geköpft und dann am besten unzerkaut geschluckt – die ganz Harten gesottenen dürfen natürlich auch kauen :D Da Nathan nicht wirklich viele Larven gefunden hatte, konnten nicht alle von uns kosten – mal abgesehen davon, dass gar nicht alle wollten – aber für Mama blieb eine Portion übrig und die ganze Gruppe inklusive Tourguide staunte nicht schlecht, als sie sie tatsächlich verzehrte.

Perfekter Zeitvertreib während stunden-
langen Busfahrten: Solitär am Handy

Endlose Straßen

Wood Grubs

Und Mama hat tatsächlich eine geschluckt :D
An jeder Tankstelle waren Schilder, auf denen
man sehen konnte, wo man sich gerade
befindet. 

20Dollar, wenn man außerhalb der Öffnungs-
zeiten dringend Sprit braucht... aber immerhin
gibt es die Möglichkeit außerhalb der Öffnungs-
zeiten Sprit zu bekommen. 

Spritpreise im absoluten Outback

Sonnenuntergang


Schließlich beim Nachtlager in Banka Banka angekommen – wo schon eine andere Gruppe der selben Tourcompany lagerte und demzufolge ein ziemliches Gewusel herrschte– bekamen wir ein noch größeres Exemplar der essbaren Larven in Australien zu Gesicht: eine Witchetty Grub!!! Wie ich verstanden habe, werden aus diesen Larven irgendwann Nachtfalter – und bei der Größe dieser Larve kann man sich die gigantischen Ausmaße des Falters nur schwer vorstellen. Diese Larven leben unter der Erde, ernähren sich von Wurzeln eines bestimmten Busches und zählen zu den Grundnahrungsmitteln der Aboriginals, die noch wie früher leben. Was dann aber der Tourguide der anderen Gruppe veranstaltete, fand ich eher weniger amüsant – möchte es dennoch nicht vorenthalten. Zunächst wollte er die Larve in etwas Öl anbraten – kam dann aber aus einer Laune heraus auf die Idee das Tier aufzuspießen und über dem Lagerfeuer zu rösten. Und jetzt das Eklige an der Geschichte: die Larve ist mehr oder weniger wortwörtlich in seiner Hand explodiert, als er den Spieß ‚einführen‘ wollte. Nicht schön der Anblick und es hätte nun wirklich nicht sein müssen solch ein Gemetzel zu veranstalten L

Gemeinsam Abendessen zubereiten

Witchetty Grub - ein riesen Teil. Aber die Größe scheint
normal zu sein.

Die Haut ist schön weich und man könnte
sich tatsächlich vorstellen mit dem Tierchen
zu kuscheln :D


Nach dem Abendessen wollte Nathan uns bei einem Mondscheinspaziergang zeigen, wie Skorpione im UV-Licht leuchten – nur leider war es schon zu kalt als dass die Tiere sich noch über Tage aufhalten würden und so hatten wir lediglich einen netten Spaziergang unter dem atemberaubenden Sternenhimmel des australischen Outbacks, bevor wir uns in unsere Swags verzogen. Heute mal ganz ohne Mozzis und bei angenehm kühlen Temperaturen - leider aber mit dem lauten Rattern eines Stromaggregats im Hintergrund.

Nachtspaziergang

Hier ein Bild eines unter UV-Licht leuchtenden
Skorpions in Marokko (Quelle: 
http://www.privatepro.ch/aspis68/Weshalb sie leuchten? Ich weiß es nicht –
und konnte es auch leider nicht recherchieren,
da es anscheinend noch nicht wissenschaftlich
bewiesen werden konnte. 

Gute Nacht im Swag :D




1 Kommentar:

  1. Meine Reise ist ja noch nicht so lange her und doch habe ich manches nicht mehr so gut in Erinnerung - aber die Nächte in den Swags werde ich wohl nie vergessen. Wenn ich dann die Bilder sehe und die Kommentare von Susanne lese, komme ich so richtig wieder ins Schwärmen. Es war ein unvergessliches Abenteuer!

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