Nathan
hatte gestern in Katherine Teig in Flaschen gekauft und ohne dass wir viel dazu
tun mussten, wurden uns heute Morgen in aller Frühe Pfannkuchen serviert.
| Pfannkuchen... yummy!!! |
Nathan
hatte es dann plötzlich ziemlich eilig, weil wohl jeden Morgen um 9:30Uhr eine
Barramundi-Fütterung in Mataranka stattfindet, die er uns unbedingt zeigen
wollte. Mataranka liegt gute 100km weg von unserem Campingplatz und so gab
Nathan dem Tourbus ordentlich die Sporen. Wir hätten es auch geschafft – wäre
nicht direkt nach der Ankunft etwas dazwischen gekommen: Weil Nathan so nen
Stress machte, wollte Mama etwas zu schnell aus dem Bus raus springen und kam
irgendwie ins Taumeln, versuchte sich reflexartig an einer
Wassersprenkler-Stange festzuhalten aber kullerte dennoch mehr oder weniger
elegant über die Erde. Dies wäre alles halb so schlimm gewesen, wenn besagte
Stange nicht so rostig und rau gewesen wäre, dass sie Mama die halbe Hand
aufgeschlitzt und einiges an Haut abgezogen hätte. Vor lauter Aufregung
verpassten wir dann die Fütterung – dafür bekam der Patient von Nathan einen
professionellen Verband und wir im Anschluss sogar noch eine kleine private
Vorführung mit einem riesigen Barramundi.
| Autsch :-( Ich muss aber noch sagen: Obwohl es eigentlich nicht lustig war, bereue ich es, kein Video vom Sturz selbst gemacht zu haben - hat sooooo lustig ausgesehen :P |
| Riesiger Barramundi |
| Der kam so schnell aus dem Wasser geschossen... konnte ich nur mit Highspeed-Aufnahmen festhalten |
| Ein Pfau spazierte einfach so durch das Garten-Restaurant |
Auch in
Mataranka gibt es heiße Quellen – sogar noch schöner als die in Katherine. Das
Wasser ist unglaublich klar und warm und auch hier kann man sich in die
Strömung legen und dem Bachlauf entlang treiben lassen. Kaum zu glauben: der
Ursprung dieser Quelle liegt tausende von Kilometer weg in Papua Neu Guinea.
Und ebenfalls kaum zu glauben: quer über den Bach hatten riesige Spinnen ihre
Netze gebastelt und teilweise musste man untertauchen um nicht in einem davon
hängen zu bleiben. Nichts für schwache Nerven – zum Glück in Spinnen-Hinsicht
kein Problem von uns Koch-Frauen :D
| Schööööön warm :D |
| Unsere Wäscheleine im Bus |
| Typtisches Australien-Bild :D |
| Unterwegs Termitenhügel gesehen, denen menschliche Klamotten angezogen worden sind – leider hab ich es nicht geschafft vom Bus aus ein Bild zu machen und musste dieses stehlen… Quelle: http://www.abc.net.au/local/photos/2013/08/30/3837727.htm |
In
Larrimah hätten wir eigentlich die letzte Nacht verbringen sollen – aber da wir
den Tourplan über den Haufen geworfen und in Katherine geschlafen hatten,
machten wir jetzt eben einen kurzen Stopp, da die Besitzer wohl mit uns
rechneten. Wieder eine dieser ‚Absprachen‘ zwischen Tourcompany und Raststätte,
die garantierte Gäste einbringen sollen. Ich verstand jetzt aber auch, wieso
Nathan immer etwas abwertende Kommentare über diesen Ort abgelassen hatte und
wieso er sich gestern voller Tatendrang daran gemacht hatte, uns wo anders ein
Nachtlager zu organisieren: zum Campingplatz bzw. zur Raststätte gehört ein
kostenloser kleiner Zoo mit einheimischen Tieren. Jedoch ist diese Einrichtung
derart heruntergekommen und die Tiere werden dermaßen schlecht gehalten, dass
man es ihnen sogar schon auf die Entfernung ansieht. Beispiel: ein Kakadu, der
sich schon selbst alle Brustfedern ausgerupft hat und ein kleines Känguru, das
mit vereiterten Augen und nur noch zitternd und röchelnd am Boden lag. So
schlimm es hier auch ist – es findet dennoch regen Zuspruch. Auch in unserer
Gruppe. Als Tourist ist es verständlicherweise schwer der Versuchung zu
widerstehen endlich mal ein Känguru streicheln zu dürfen. Dennoch würde ich
sagen: diesen Ort sollte man meiden solange die armen Tiere derart schlecht
behandelt werden!!!
| Emus in viel zu kleinem Gehege |
| total verdreckte schwarze Kakadus |
| krankes Känguru |
| weißer Kakadu, der sich selbst alle Brustfedern ausgerissen hat :-( |
Mittagessen
hatten wir im wohl bekanntesten Pub Australiens: dem Daly Waters Pub. Obwohl es
eigentlich inmitten eines riesigen Nichts liegt – ist es solch ein beliebter
Pilgerort für allerei Reisende, dass die Dekoration des Pubs mit den Jahren
Zeuge hiervon geworden ist. Alles hängt voller Schildkappen, Geldscheinen,
abgelaufenen Ausweisen, T-Shirts und sogar BHs und der Ort verströmt eine
seltsame Atmosphäre, die einem das Gefühl gibt an irgendwas besonderem
teilzuhaben, das sich jedoch nicht so richtig definieren lässt. Wahrscheinlich
liegt das aber auch nur daran, dass eben in jedem Reiseführer über dieses Pub
berichtet wird und man einfach das Gefühl hat hier vorbei kommen zu ‚müssen‘,
wenn man schon mal auf der Durchreise ist. Historisch gesehen gibt es über
diesen Ort folgendes zu berichten: John McDouall Stuart, der als erster
Europäer den Australischen Kontinent von Süden nach Norden durchquerte, stieß
hier auf einige Wasserlöcher und schnitzte in irgendeinen Baumstumpf sein
Initial ‚S‘.
| Im Garten des Pubs gibt es einen BBQ-Bereich, den jeder nutzen kann. Sehr schön und total Australien-like. |
| Mit Pool und Bananenstauden im Garten |
| Vogel, der sich was geschnappt hat von uneren Resten |
Zufälligerweise
kamen wir dann auch noch in den Genuss einen pensionierten Jagdbomber (F111)
aus nächster Nähe betrachten zu können. Dieser wurde nämlich gerade von
Queensland nach Darwin überführt, wo er im Luftfahrtmuseum seinen
wohlverdienten Ruhestand genießen kann. Solch ein Ereignis ist ja auch daheim
in Deutschland immer groß in den Medien und obwohl riesige Schwertransporte in
Australien zum täglichen Bild gehören, wurde dieser Kampfjet von dutzenden
Reisenden umströmt, fotografiert und Geschichten über Kriege wurden von den ‚Grey
Nomads‘ (reisende Rentner) um uns herum erzählt – und wir durften live dabei
sein – cool, oder?!?!
| Schwertransport mit dem F111 |
| Mit nem Känguru am Kampfjet :D |
| Und Mama wieder total fasziniert von den Motor-Schnorcheln :D |
Den
nächsten unerwarteten Stopp legte Nathan am Straßenrand mitten im Nirgendwo ein
um uns zu zeigen, wie wir im Outback überleben konnten, sollten wir mal hier
ohne Nahrungsmittel und Wasser stranden. Wir konnten zunächst nicht
nachvollziehen, wieso er im Gebüsch hin und her rannte, an Ästen zerrte und
sogar welche abriss – bis er endlich grinsend zum Bus zurück kam und uns seine
Ausbeute zeigte: Wood Grubs!!! Dicke, weiße Maden – aus denen mal dicke, braune
Käfer werden sollten – und die sich unter Rinden oder gar in Baumstämmen
einnisten. Und man kann sie essen!!! Zunächst werden sie mit einem scharfen
Messer geköpft und dann am besten unzerkaut geschluckt – die ganz Harten
gesottenen dürfen natürlich auch kauen :D Da Nathan nicht wirklich viele Larven
gefunden hatte, konnten nicht alle von uns kosten – mal abgesehen davon, dass
gar nicht alle wollten – aber für Mama blieb eine Portion übrig und die ganze
Gruppe inklusive Tourguide staunte nicht schlecht, als sie sie tatsächlich
verzehrte.
| Perfekter Zeitvertreib während stunden- langen Busfahrten: Solitär am Handy |
| Endlose Straßen |
| Wood Grubs |
| Und Mama hat tatsächlich eine geschluckt :D |
| An jeder Tankstelle waren Schilder, auf denen man sehen konnte, wo man sich gerade befindet. |
| 20Dollar, wenn man außerhalb der Öffnungs- zeiten dringend Sprit braucht... aber immerhin gibt es die Möglichkeit außerhalb der Öffnungs- zeiten Sprit zu bekommen. |
| Spritpreise im absoluten Outback |
| Sonnenuntergang |
Schließlich
beim Nachtlager in Banka Banka angekommen – wo schon eine andere Gruppe der selben
Tourcompany lagerte und demzufolge ein ziemliches Gewusel herrschte– bekamen
wir ein noch größeres Exemplar der essbaren Larven in Australien zu Gesicht:
eine Witchetty Grub!!! Wie ich verstanden habe, werden aus diesen Larven
irgendwann Nachtfalter – und bei der Größe dieser Larve kann man sich die
gigantischen Ausmaße des Falters nur schwer vorstellen. Diese Larven leben
unter der Erde, ernähren sich von Wurzeln eines bestimmten Busches und zählen
zu den Grundnahrungsmitteln der Aboriginals, die noch wie früher leben. Was
dann aber der Tourguide der anderen Gruppe veranstaltete, fand ich eher weniger
amüsant – möchte es dennoch nicht vorenthalten. Zunächst wollte er die Larve in
etwas Öl anbraten – kam dann aber aus einer Laune heraus auf die Idee das Tier
aufzuspießen und über dem Lagerfeuer zu rösten. Und jetzt das Eklige an der
Geschichte: die Larve ist mehr oder weniger wortwörtlich in seiner Hand
explodiert, als er den Spieß ‚einführen‘ wollte. Nicht schön der Anblick und es
hätte nun wirklich nicht sein müssen solch ein Gemetzel zu veranstalten L
| Gemeinsam Abendessen zubereiten |
| Witchetty Grub - ein riesen Teil. Aber die Größe scheint normal zu sein. |
| Die Haut ist schön weich und man könnte sich tatsächlich vorstellen mit dem Tierchen zu kuscheln :D |
Nach dem
Abendessen wollte Nathan uns bei einem Mondscheinspaziergang zeigen, wie
Skorpione im UV-Licht leuchten – nur leider war es schon zu kalt als dass die
Tiere sich noch über Tage aufhalten würden und so hatten wir lediglich einen
netten Spaziergang unter dem atemberaubenden Sternenhimmel des australischen
Outbacks, bevor wir uns in unsere Swags verzogen. Heute mal ganz ohne Mozzis
und bei angenehm kühlen Temperaturen - leider aber mit dem lauten Rattern eines
Stromaggregats im Hintergrund.
| Nachtspaziergang |
| Hier ein Bild eines unter UV-Licht leuchtenden Skorpions in Marokko (Quelle: http://www.privatepro.ch/aspis68/) Weshalb sie leuchten? Ich weiß es nicht – und konnte es auch leider nicht recherchieren, da es anscheinend noch nicht wissenschaftlich bewiesen werden konnte. |
| Gute Nacht im Swag :D |
Meine Reise ist ja noch nicht so lange her und doch habe ich manches nicht mehr so gut in Erinnerung - aber die Nächte in den Swags werde ich wohl nie vergessen. Wenn ich dann die Bilder sehe und die Kommentare von Susanne lese, komme ich so richtig wieder ins Schwärmen. Es war ein unvergessliches Abenteuer!
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