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Montag, 3. Juni 2013

Zurück in Dally - Bei Becky eingenistet

Montag, 3. Juni 2013



Am späten Nachmittag an 19.Mai kamen Mark und ich wieder in Dalwallinu an. Ich für meinen Teil zog kurzerhand bei Becky ein - meiner ehemaligen Kollegin im Dally Pub - und Mark fuhr die letzten 300km alleine zurück nach Perth. Becky war einige Wochen zuvor aus dem Pub aus- und mit drei Irishen Kumpels in ein gemeinsames Haus eingezogen und alle luden mich großzügig ein bei ihnen zu bleiben, bis ich wüsste, was ich als nächstes machen wollte.



Küche in Beckys Mietshaus

Wohnzimmer

Beckys Zimmer - sieht alles hübscher aus als es war... eine
dreckige Bruchbude :-(

Beckys Bad

Beckys begehbarer Kleiderschrank



In erster Linie war ich zwei Wochen in Dally und hab zwei Wochen lang NICHTS gemacht. Naja- 'nichts' kann man so auch nicht sagen – denn ich hab meinen Gastgebern quasi den Haushalt geschmissen – bzw.regelmäßig geputzt, weil die Jungs bei einer Betonfirma arbeiten und jeden Tag tonnenweise Dreck mit nach Hause tragen. Da es in diesem Haushalt keinen Staubsauger gibt – dafür aber Unmengen an Teppichböden - musste ich jeden zweiten Tag bei Julie im Pub nach dem Staubsauger fragen, den ich dann mit dem Staff-Car zu Becky nach Hause kutschiert, dort gesaugt und das Gerät dann wieder zurück zum Pub gebracht hab. Ein anderer Zeitvertreib war stundenlang im Pub zu sitzen um Becky Gesellschaft zu leisten. Sie hatte, nachdem die vorherige Managerin gekündigte hatte, deren Job übernommen und arbeitete nun nur noch Tagschicht – jedoch immer noch zur Backpackerbezahlung von ca.15AUD pro Stunde. Als Managerin in einem Pub in Perth würde sie locker 25AUD auf die Stunde bekommen – wieso sie sich das gefallen lässt, weiss ich allerdings auch nicht. Ich für meinen Teil ließ mir allerdings auch so einiges gefallen und wusste nicht so recht warum. Becky hatte sich so sehr daran gewöhnt, dass ich bei ihr zu Hause putze und ihr aus Dankbarkeit für die Gastfreundschaft Sachen hinterher trage, dass sie ständig einen anderen Gefallen von mir erbat. Ich sollte bald jeden Tag für sie in den Supermarkt rennen, weil sie Bock auf Schokolade hatte oder zurück nach Hause fahren, weil sie irgendwas nutzloses brauchte. Am Ende holte sie nicht mal mehr ihre Zigaretten selbst aus ihrem Zimmer sondern schickte einfach mich um sie zu holen, obwohl wir beide auf dem gleichen Sofa im Wohnzimmer saßen.

Becky und Mandy beim Abendessen machen



Shepherd's Pie zum Abendessen
http://de.wikipedia.org/wiki/Shepherd%E2%80%99s_Pie

Mädels backen zusammen

Katie mit nem altertümlichen Rührgerät





Eine weitere Beschäftigung in einer Wohngemeinschaft mit hauptsächlich Irischen Bauarbeitern war natürlich Saufen und Party machen. Iren sind wirklich abartige Säufer und wo die gerade mal anfangen, höre ich im Normalfall schon wieder auf. So schmissen wir einige Parties im Irischen Irrenhaus, machten unzählige DVD-Abende und ab und an war ich andere liebgewonnene Bekannte in Dally besuchen um bei diesen den Abend zu verbringen. So brachte ich meine Zeit also auch rum.

Goon Roulette. Man hängt Goon-Beutel an eine Waschespinne,
stellt dich im Kreis darum auf und lässt die Wäschespinne
kreiseln. Vor wem auch immer der Goon-Beutel zum halten
kommt, muss trinken 


Aufstylen für die große Party vom Sportverein
am 1.Juni. Mit Cover-Band und allem drum und
dran wie bei uns daheim.

Sogar ich hab die Haare geglättet bekommen oO



Jägermeister durch Mega-Strohhalme... ach du Sch...

...Helen verzieht auch ganz schön das Gesicht ^^



Es war Lisas Geburtstag, den wir gleich mit gefeiert haben.

Bei der Bandnacht im Sportheim

Und schon wieder auf'm Heimweg



Verrückte Suff-Ideen... anderen den Kopf rasieren...

...und ab sind die Harre oO




Zu einem dieser besagten DVD-Abende mit den Mädels muss ich noch kurz was erzählen: ich schaute 'Karate Kid' mit Mandy und Katie – beide erst knapp über 20 Jahre alt. Natürlich schauten wir die 'neue Version' des Films mit Will Smiths Sohn in der Hauptrolle. Als ich am Ende kund tat, dass mir der Originale besser gefällt als diese komische Nachmache, wurde ich ungläubig angestarrt und gefragt: 'Wie? Da gibt’s nen Originalen dazu?' Oh man... genauer gesagt: ACH DU SCH...!!! Ich weiß nicht, worüber ich mehr geschockt war – dass die beiden Daniel-San und Mister Miyagi nicht kennen oder dass ich offensichtlich doch schon so alt bin, dass Kultfilme aus meiner Kindheit und Jugend schon überarbeitet werden?!?!?!

Obwohl man in Dally sowieso nie viel unternehmen kann, waren die Möglichkeiten jetzt im Winter noch weiter geschrumpft – aber auch wenn der Westaustralische Winter nicht mit dem deutschen zu vergleichen ist, froren wir uns im wahrsten Sinne des Wortes die Ärsche ab!! Die online-Temperaturanzeigen unserer Smartphones zeigten uns an manchen Tagen nur 3 Grad an und wenn wir im Bett lagen konnten wir unseren eigenen Atem sehen!!! Hierzu muss gesagt werden: Australische Häuser haben meistens keine Heizungen und sind gebaut wie die Papphäuser in Amerika, die bei jedem kleinen Tornado davon fliegen – also quasi null isoliert!! Manche haben solch kleine elektrische Heizer, wie sie in deutschen Haushalten in Badezimmern vorzufinden sind und in manchen Häusern, deren Bewohner sich glücklich schätzen dürfen, funktioniert die Klimaanlage auch anders herum als Heizung. Jedoch sind die Elektrizitätspreise in Australien einfach zu hoch um davon immer Gebrauch zu machen und in Beckys Zimmer gab es einfach gar keine Heizung. Es gab überhaupt für das ganze Haus lediglich einen Kamin im Wohnzimmer, für den jedoch meistens kein Feuerholz zur Verfügung stand. Auf meine Frage hin, woher man denn Feuerholz bekommen könnte, sagten mir die Iren: muss man im Busch selbst schlagen oder sammeln. Ööööhm... ok... oO

Kevin heizt dem Ofen ein...

...wenigstens im Wohnzimmer war es dann schön warm.

Kinderwagen zweckentfremdet...

...um Feuerholz zu sammeln...

...unser Baby ^^

Der Ofen sollte auch m al sauber gemacht werden... wir
wussten uns nicht anders zu helfen als die noch heiße
Asche rauszulöffeln und in einem Topf nach draußen zu tragen.

Hunderte von Vögeln auf dem Schul-Sportplatz

Dies war nun nicht wirklich das Wetter, das ich mir von Australien erhofft hatte – und ich hatte auch nicht die passenden Klamotten für solch niedrige Temperaturen dabei. Es wurde also Zeit wieder in den tropischen Norden zu ziehen – genauer gesagt wollte ich zurück nach Darwin, wo ich vor zehn Monaten meine Reise in Australien startete und wo im Australischen Winter mit Abstand das beste Wetter des ganzen Kontinents ist. Ich hatte bei meiner Arbeit im Dally Pub einen Road Train-Fahrer kennengelernt, der jede Woche von Dalwallinu nach Broome fährt, dort die Ladung seinem Chef übergibt, der sie dann weiter nach Darwin bringt – und er bot tatsächlich an mich mitzunehmen. Was für eine tolle Gelegenheit endlich mal einem Road Train näher zu kommen – ich war ja sooo aufgeregt!!! Einige Tage vor der geplanten Abreise starb dann jedoch der Vater des Fahrers und so fuhr nicht er die Tour sondern ein Kollege – und dessen Frau war leider nicht damit einverstanden, dass ihr Mann eine deutsche Reisende mit nimmt und meine Träume von einem Trip via Road Train waren hiermit zunichte gemacht. Es wäre wohl nicht all zu schwer gewesen einen anderen Fahrer zu finden – immerhin fuhren täglich 700 LKWs an Dally vorbei gen Norden und ich müsste eigentlich nur im Roadhouse im Nachbarort an den Tresen sitzen und mich durchfragen. Allerdings war mir das dann doch etwas zu riskant, da man ja nie weiß, an wen man gerät und so buchte ich kurzerhand einen Flug von Perth nach Darwin. Ich hatte nämlich auch eine Deadline einzuhalten -  ich erwarte in Darwin am 8.Juni nämlich einen weiteren Besucher aus Deutschland: meine Mama!!!!!!!!!

In Dallys Einkaufsstaße sah ich einen Typen mit nem
Stoffbündel auf'm Arm und fragte, was das denn sei...
tatsächlich ein kleines Känguru, das er mit der Flasche aufzieht.




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