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Dienstag, 2. Juli 2013

Es geht heim!

Die Nacht sind wir durch gefahren und morgens gegen sieben war ich in Melbourne am Busbahnhof. Von dort bin ich direkt in den Airport-Shuttle gehüpft – wozu jetzt noch knausrig sein und auf Umwegen mit 4 verschiedenen öffentlichen Bussen zum Flughafen fahren?!?! Der Melbourner Flughafen ist nicht besonders – einchecken lief problemlos – während ich wartete habe ich mich mal wieder über diesen Service gewundert, wo man seinen Koffer mit Frischhaltefolie einwickeln lassen kann. Wieso tut man das? Aus Angst, dass er auseinander bricht? Oder hat man was zu verbergen? Was macht eigentlich der Zoll bei solch einem Koffer?

Airport Shuttle


Wieso tut man sowas?

Im Raucherbereich mit Sitzgelegenheiten aus Plastikkisten

Das war's dann jetzt wohl mit Australischem Boden oO


Zum Glück hatte ich mich am Flughafen noch mit einigen Süßigkeiten eingedeckt, denn die China Eastern Airline serviert auf Flügen von Melbourne nach Shanghai nichts Essbares im Flieger. So konnte ich mich zumindest mit M&Ms und Chips über Wasser halten. Neben mir im Airbus A330 saß ein junger chinesischer Mann, der in Melbourne studiert. Der junge Kerl war sehr wissbegierig und hat mich über deutsche Politik und Wirtschaft ausgequetscht. Wollte wissen, was eine Dose Cola bei uns kostet… ja… was kostet die eigentlich? Hab ich total vergessen oO Auch hat er mir ohne Aufforderung von den Verhältnissen in China erzählt. Er sagt, die Universitäten in China seien allesamt für’n A… - das Einstiegsniveau sei hoch – dann allerdings werden die Studenten faul. Seiner Meinung nach hängt das damit zusammen, dass jungen Chinesen quasi jegliche Arten sozialer Kontakte verboten werden bis sie zur Uni gehen. Es ginge immer nur darum einen guten Abschluss zu machen und einen Studienplatz zu bekommen. Und wenn der mal in der Tasche ist, lassen sie’s von Eltern unbeobachtet auf der Uni richtig krachen. Klingt doch gar nicht sooooo anders als bei uns in Deutschland, oder?! J Weiterhin hat er mir zu dieser 1-Kind-Regelung erzählt, dass dies in ländlichen Gefilden gar nicht so streng gehandhabt würde – allerdings in der Stadt die Leute wohl bis zu 1 Mio Dollar für die Genehmigung eines zweiten Kindes zahlen würden. Über Umweltverschmutzung hat er geredet – dass sich in China keiner um die Umwelt schert. Dass der Kommunismus an vielem Schuld und nicht die beste Lösung sei. Dass Freidenker ohnehin oft genug von der Bildfläche verschwinden würden und und und… einfach gesagt: er hat mir ein Ohr abgekaut! Der Weiterflug von Shanghai nach Frankfurt verlief dagegen ohne weitere Vorkommnisse – die meiste Zeit hatte ich eh geschlafen.

Meine einzige Mahlzeit auf'm Flug nach China 



Ich versteh kein Wort oO


Nicht mal Zigaretten kann man sich kaufen, weil
man nix lesen kann. Die Stewardess war
mir leider keine Hilfe - die sprach kein Englisch.

Umsteigen in Shanghai

Wasserspender, aus dem heißes Wasser
raus kommt - hätte ich nur nen Nudle-Snack dabei

Eingeschlossene Feuerzeuge. Immerhin werden welche
zur Verfügung gestellt. 



Angekommen in Frankfurt sollte die erste Person, die mich wiedersehen dürfte, T.S. aus F. sein. Ich wurde an der S-Bahnhaltestelle abgeholt und beim nächsten Bäcker haben wir uns gleich mal Frühstück geholt. Natürlich wollte ich BREZELN!!! J Weiterhin haben mich N.J. aus L. & U.E. aus M. in Stuttgart am Bahnhof mit Sekt in Empfang genommen und in Rottweil wurde ich letztendlich von L.B. aus S. abgeholt, die mich zu meinem finalen Ziel in Weilen u.d.R. brachte. Mehr Leute wussten eigentlich nicht Bescheid über meine Heimkehr aus Australien – wie gesagt, sollte es eine Überraschung sein. Mein Vater hat auch gar nicht schlecht gestaunt, als ich klingelte und er die Tür auf machte. Mehr erstaunt war er allerdings über meine Freundin L.B. aus S. – fragte sie, was sie denn hier mache, sie sei ja auch schon lange nicht mehr da gewesen… dass ICH aber nach knapp nem Jahr Abwesenheit vor der Tür stand, hatte er gar nicht so richtig realisiert. Meine Mama dann dafür umso mehr.

Unter meinen Nebensitzern und mir gab es eine Diskussion,
ob uns hier wohl abgelaufene Nüsse vorgesetzt werden
(Datum 29.05.13 auf der Verpackung). Eine Dame zwei
Reihen weiter vorne hat uns aufgeklärt: in China kommt
nicht das Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Ware, sondern
das Herstelldatum!!

Ich hab ne Mahlzeit verpennt - wurde aber durch einen
Sticker darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich
gerne melden dürfe, wenn ich nach'm Aufwachen Hunger
hätte. Ein Service, den ich sonst noch nicht of gesehen hab. 

Ich bin ich Frankfurt... DEUTSCHLAND... ich kann es
kaum fassen!!!

Frühstück mit Nutella und Brezeln

Und weiter geht's immer näher Richtung Heimat 

Die Deutsche Bahn... ziemlich alles hat Verspätung... man,
wie hab ich das NICHT vermisst! 

Und zum zweiten Brezel- und Sektfrühstück in Stuttgart 

Der Plettenberg :)

Erst mal noch am Stausee vorbei...

...und dann heim!







Fazit:


Elf Monate war ich in Australien unterwegs. Schon nach dem Abitur wollte ich diese Reise machen – heute bin ich allerdings froh, dass ich es erst mit Ende 20 gemacht habe. In vielen Situationen – z.B. in Hostels – war ich oft mit Abstand die Älteste… dennoch konnte ich die Erlebnisse dieser elf Monate ganz anders wahrnehmen als ich es Anfang 20 getan hätte. Ich bin froh, dass ich gegangen bin. Ich bin froh, dass ich so vieles erleben durfte, so viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnte, so viele Menschen kennenlernen dufte. Ich bin froh, dass mir in Australien klar geworden ist, dass ich nicht mehr länger in Stuttgart leben und arbeiten möchte – dass ich wieder in meine Heimat will. Ich bin einfach froh, dass alles so gekommen ist!




E  N  D  E

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