Um
sechs war ich hellwach – weiß der Geier warum, aber ich konnte
nicht weiterschlafen und hatte dann die dämlichste Idee der Woche:
Joggen gehen!! Bin also 20 Minuten zum Gewächshaus gerannt um dort
zu gießen und wieder 20 Minuten zurück. Auf dem Feld bin ich dann
auch noch Rod über den Weg gejoggt, der Wochenends um 7 Uhr Morgens
schon Unkraut rupft. Mir sagte das zwei Dinge: Das Unkraut muss
dringend weg... und: Rod arbeitet echt hart. Im Gegensatz zu Doug,
den ich nie etwas arbeiten sehe außer im Restaurant Wein
auszuschenken und vor'm Computer zu sitzen. Ein Mal mehr hatte ich
das Gefühl, dass Doug hier nur Wwoofer möchte, damit er selbst
nichts tun muss.
In
der Restaurantküche galt es wieder Zwiebeln zu hexeln, Proscuitto zu
rollen, mit Hitomi Essensreste von den zurückgegangenen Tellern zu
futtern und Dukkah (Libanesische Würzmischung, in die man mit
öl-getränkem Brot tunkt) zu essen. Als wir fertig waren und alles
geputzt hatten, kam Doug in die Küche und meinte, wir sollten noch
den Tisch abräumen, den er im Service 'vergessen' hatte und so
durften wir von vorne anfangen mit Spülwasser einlassen etc. Ich mit
meiner pessimistischen Grundeinstellung bildete mir natürlich gleich
wieder ein, dass dies eine Schikane seinerseits gewesen sei, weil ich
mit ihm wegen meiner freien Tage und dem verstopften Klo diskutiert
hatte – aber ich hab mal besser meine Klappe gehalten und einfach
gemacht, was er von uns wollte.
| Wie daheim bei Mama - immer aus der Schüssel naschen :D |
| Manon und ich machen ein Päuschen |
| Dukkah |
| Alison und Pauline |
Heute
reiste außerdem die italienische Familie an, von der seit Tagen die
Rede war. Sakiko musste hierzu ihr Zimmer räumen und wohnt jetzt auf
ner Matratze im Esszimmer, damit die 4 köpfige Familie in EINEM
kleinen Schlafzimmer wohnen kann. Immerhin sah Doug ein, dass wir -
nun, da wir zu 8 waren - mehr Lebensmittel brauchen und hat seinen
Schwiegervater mit unserer Liste losgeschickt. Logischerweise war
diese jedoch nur für uns 4 Mädels ausgelegt, da die Italiener ja
noch nichts aufschreiben konnten – aber zumindest waren wir nun für
die nächsten Tage eingedeckt. Die Italiener (Mama Pia 45, Papa Mauro
52, Sohn Daniele 6 und Sohn Luca 12 Jahre alt) sind wie erwartet
extrem laut und südeuropäisch. Schon am ersten Abend war uns klar,
dass wir bei Pia nie zu Wort kommen würden – sie schneidet einem
die Sätze ab und erzählt wie ein Wasserfall. Mag am Jetlag liegen,
dass sie so aufgedreht ist... wir werden sehen...
PS:
übrigens kam Doug heute trotz Vorhang und geschlossener Tür in die
Waschküche spaziert – wo ich gerade am duschen war - um Pia die
Waschmaschine zu zeigen. Ich war glücklicherweise schon ausgezogen
und hinter dem Duschvorhang verschwunden – ansonten wäre es zu
einer eher unangenehmen Begegnung gekommen. So viel also zum Thema
Vorhang und Privatsphäre – aber vielleicht hat er auch daraus
gelernt!?!?
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