Seiten

Dienstag, 11. Dezember 2012

Wwoofen in Blampied Tag 16 - Feldarbeit



Ich hatte beschlossen heute Morgen noch vor der Arbeit den Flug von Sydney nach Perth für Anfang Januar zu buchen – JAAA – ich hatte mich entschieden!! Ich wollte zu Weihnachten und Silvester nach Sydney!!! Als ich jedoch auf der Homepage der Fluggesellschaft war, war der Flug um 400AUD weg und sollte nun über 600AUD kosten. Ach du scheisse... also doch nicht gebucht und mit ner übelsten Laune zum Frühstück erschienen. Hätte ich nur vor zwei Tagen alles klar gemacht – aber nein, ich musste ja auf Hitomis Entscheidung warten, da wir planten vor unserer Abreise nach Sydney noch einen zweitägigen Ausflug an die Great Ocean Road zu machen. Tjo... also geht die Überlegung von vorne los – zahle ich 200AUD mehr für den Flug oder verzichte ich auf einen weiteren Besuch in Sydney und mache mich direkt auf den Weg gen Westen?

Mit seltsamen Geräten haben wir heute in den Feldern Unkraut gejätet. Rod wollte die restlichen Kürbisse auf dem anderen Feld pflanzen und mal wieder mich dort hin mitnehmen oO Dieses Mal aber hab ich Hitomi mitgeschickt, die jedoch nach ner Stunde wieder kam um mir mitzuteilen, dass Rod nach mir verlangt hätte oO Wieso denn schon wieder??? Jedenfalls hab ich alles in allem heute 150 Kniebeugen gemacht um die Kürbisse zu pflanzen und dank des Volleyballs gestern hatte ich schon nachmittags Muskelkater.

Noch mehr Kürbisse anpflanzen...


...mit diesen seltsamen Geräten haben wir Unkraut gejätet.


Nach Feierabend schaffte ich es dann Pia gegen mich aufzubringen, da ich einen Satz fallen ließ wie in etwa: 'Ihr werdet hier anders behandelt als wir und ich find das nicht richtig.' Sie meinte, es sei unsere eigene Schuld, wenn wir Doug nicht klar und deutlich sagen können, was wir wollen. Aber das mit dem Staubsauger war offensichtlich und auch was das Essen angeht, gelten die Italiener hier mehr als wir – wir wurden immer nur von Doug zu Rod und wieder zurück geschickt wenn wir kein Essen mehr hatten und sollten mit dem auskommen, was wir ein mal pro Woche bekamen – aber wenn Pia zu Doug geht und sagt, dass XY im Kühlschrank ausgegangen ist, fährt Doug sofort los und kauft ein – und da sollen wir uns nicht anders behandelt fühlen?? Einerseits nervt Pia mit ihrer herrschenden südeuropäischen Art – andererseits kann ich auch verstehen, dass sie nur versucht das Beste aus der Situation zu machen. Denn sie ist mit ihrer Familie von Italien tausende von Kilometern nach Australien geflogen um hier zu viert in einem kleinen Zimmer zu wohnen, von rationierten Nahrungsmitteln zu leben und außerdem keinerlei Kontakt oder sonstigen Austausch mit der australischen Familie pflegen zu können. Dies ist vor allem für die beiden Kinder schlimm – denn, obwohl Dougs Kinder im selben Alter sind, spielen die vier nie zusammen und die kleinen Italiener sind den ganzen Tag alleine während die Eltern auf der Farm mitarbeiten. All dies ist nicht wirklich Sinn der Wwoofing-Idee und ich glaube, dass Pia nur vorne herum so extrem stark ist um ihre Enttäuschung über die Situation zu verbergen. Ein Lichtblick für sie ist allerdings, dass sie mit ihrer Familie ab dem Wochenende bei Dougs Freund 'Housesitting' machen kann – was bedeutet, dass sie dort wohnen und sich im Gegenzug um den Garten, das Haus und die Tiere kümmern, während der Eigentümer auf Urlaub ist. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen