Heute
sollten wir also vom Schuppen ins Haus ziehen – mit all unseren
Lebensmitteln und Kochuttensilien. Vorher mussten wir aber erst mal
einen anderen Kühlschrank bei Rod abholen, denn der in der Küche
wollte einfach nicht funktionieren. Da Rod jedoch nicht daheim war,
mussten wir vier Mädels das alleine regeln: wir haben den
Kühlschrank auf die Ladefläche geschleppt und sind dann über die
Landstraße ca.2km zu Dougs Haus gefahren – ich am Steuer und drei
Mädels und ein Kühlschrank stehend auf der Ladefläche. Das muss
ein Bild für die Götter gewesen sein :D
Zum
Glück sagte Rod, wir könnten den Ute auch benutzen um unsere Sachen
vom Schuppen ins Haus zu tansportieren – sonst wäre die ganze
Aktion noch länger gegangen als die 5 Stunden, die wir so schon
damit beschäftig waren alles zu packen, auszusortieren und die neue
Küche inkl.Küchenschränke und alles Geschirr darin zu putzen damit
wir unsere Sachen beruhigt einräumen konnten. Was haben Carolyn und
Doug hier gestern eigentlich geputzt? Sah nämlich nicht wirklich so
aus, als hätte hier in den letzten Monaten jemand Hand angelegt oO
| Hitomi und Manon beim Küche-putzen |
Nach
unserer ersten Mittagspause in der neuen alten Küche sind Hitomi und
ich dann noch auf's Feld gefahren (natürlich mit dem Ute – Rod
meinte, wir könnten das Auto so lange haben, bis er wieder danach
verlangt - yeah!!) und haben in den Gelben Rüben Unkraut gerupft.
Was die Farmarbeit hier angeht sind wir hin und her gerissen. Doug
will einerseits, dass wir im Weinberg arbeiten – Rod will, dass wir
ne Stunde am Tag im Gewächshaus gießen und auf den Feldern Unkraut
rupfen – und Abends sollen wir dann für Doug wieder im Restaurant
arbeiten. Keiner macht klare Ansagen – unsere geleisteten
Arbeitsstunden interessieren niemanden - untereinander sprechen sich
Doug und Rod nicht ab - alle wollen was erledigt haben - aber wir
können uns schließlich nicht zerreissen und werden für Überstunden
ja auch nicht bezahlt. Wir arbeiten hier nämlich lediglich gegen
Kost und Logis... also mehr als 7 Stunden pro Tag kann niemand von
uns erwarten – und selbst das ist meiner Meinung nach zu viel oO
Und dann auch noch das ewige Drama mit der Einkaufsliste!!! Gestern
fielen uns der Reihe nach die Kinnladen hinunter als wir nicht mal
ein Drittel von denen von uns aufgeschriebenen Lebensmitteln in den
Einkaufstüten vorfanden. Ich frage mich ernsthaft, wie vier Leute
von 1kg Gelben Rüben, 8 Äpfeln, 5 Tomaten, je einem Mockel Käse
und Butter und zwei Litern Milch eine Woche lang überleben sollen oO
Ich sprach Doug darauf an – er meinte, diese Woche hätte Rod für
uns eingekauft... ja und? Mir doch egal, WER für uns einkauft –
wir machen eine Liste und arbeiten schließlich für die Verpflegung
– und dann sollen wir auch noch unseren Lebensmitteln
hinterherrennen und währenddessen nur von Möhren und Äpfeln
leben??? :(
Da
Hitomi in Japan bisher nur Automatikautos gefahren ist, hab ich ihr
auf der Fahrt zurück vom Feld ne Fahrstunde gegeben. Hätte nie
gedacht, dass ICH mal jemandem erklär, wie man Auto fährt oO Obwohl
sie in Japan ein Motorrad hat – bei dem sie ja auch schalten muss,
hatte sie für das Getriebe des Utes und die Kupplung überhaupt kein
Gefühl. Kupplung drücken und vom Gas gehen, wenn man den Gang
wechseln will – das ist am Motorrad doch nicht anders – dennoch
bekam sie es nicht auf die Reihe und so hoppelten wir auf den
Feldwegen herum wie die wilden Hasen, die man hier überall sieht.
| Fahrstunde |
Zurück
'daheim' mussten wir dann auch noch ne eiskalte Dusche nehmen, da wir
offensichtlich alles Warmwasser für die Kücheputz-Aktion am Morgen
aufgebraucht hatten. Bei den heutigen Temperaturen war dies wirklich
kein Spaß. Das Wetter hier ist sowas von verrückt – da hatten wir
zwei Tage lang fast 40 Grad und dann sinken die Temperaturen wieder
auf 10 Grad runter – und dann ne KALTE Dusche nehmen???? Wenn das
mal nicht die Abwehrkräfte auf Touren bringt... Brrrrr :-(
| Soooooo scheisse kalt!!!!!!!!!! |
Ab
sechs hatten Hitomi und ich wieder Schicht in der Restaurantküche.
Langer Tag – verdammt langer Tag. Zumindest wurden wir dort von den
Köchinnen Manon und Pauline mit leckerem Essen versorgt und wir
hatten sogar Spaß bei der Arbeit - sind nämlich zur Musik aus
Paulines Laptop herumgetanzt und haben irgendwann angefangen
Gymnastik und Stretchübungen zu machen – hihihi.
| Manon beim Herrichten der Tasting-Plates... das sind verschiedene Dips mit getoastetem Brot |
| Bei der Arbeit :D |
| Pauline - die Köchin |
| Lecker Lammeintopf mit Reis |
Da
das Fenster in unserem Zimmer nicht richtig schließt und es die
ganze Zeit zieht wie Hechtsuppe, beschlossen wir auf dem Rückweg in
unser Zimmer, den elektrischen Heizkörper anzustellen. Zumindest für
eine Weile um den Raum warm zu bekommen. Jedoch war der Heizkörper
spurlos verschwunden!!!! Mein Verdacht, dass Sakikio ihn sich
geschnappt haben könnte, da sie den ganzen Tag frei hatte und sich
im kalten Haus aufhalten musste, stellte sich als falsch heraus. Dann
fiel uns jedoch ein, dass Doug uns auf dem Weg ins Restaurant
entgegen kam und auf unsere Unterkunft zusteuerte... wahrscheinlich
hat ER den Heizkörper aus unserem Zimmer geschoben, weil er nicht
will, dass wir heizen. Ich bin ja voll und ganz dafür, dass man
Strom spart – aber bei Außentemperaturen von 10 Grad sollte es uns
doch gestattet sein zumindest eine kurze Zeit zu heizen?!?!
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