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Sonntag, 20. Januar 2013

Roadtrip Tag 15 - Super Pit Mine in Kalgoorlie




Heute klingelte zum ersten Mal seit wir unterwegs waren ein Wecker – und auch nur, weil wir um 8:30 Uhr am 'Super Pit Shop' sein mussten um uns für die Minentour einzuschreiben. Entgegen der Infos im Internet konnten wir nämlich nicht vorab telefonisch Tickets reservieren und wollten nicht riskieren den ganzen Weg nach Kalgoorlie umsonst gefahren zu sein, da diese Minentour sehr populär und schnell ausgebucht ist. Zunächst standen wir vor verschlossenen Türen – denn anscheinend war der Shop umgezogen ohne irgendwelche Nachricht zu hinterlassen, wo denn nun die neue Adresse sei. Hier findet jedoch jeden dritten Sonntag im Monat ein Markt statt und so waren genug Menschen auf den Straßen, die wir um Rat fragen konnten und kurze Zeit später saßen wir im Tourbus zur 'Super Pit'. Wie schon beim Besuch der Mine an der Ostküste war ich auch hier hin und weg von den riesigen Baumaschinen und dem noch viel größeren Loch, das in die Erde gegraben wurde. In Kalgoorlie handelt es sich um eine Goldmine und die  Fakten, die uns der Tourguide lieferte will ich kurz auflisten:
                 die 'Big Girls' (Caterpillar 793 Mining Tuck) transportieren 240t Gestein
                 nur eine von sechs Ladungen enthält Gold
                 jährlich werden 22 Tonnen Gold aus der Mine geholt
                 die Big Girls haben einen Tank, der 3790l Diesel fasst
                 die mineneigene Tankstelle fasst 800.000l Diesel
                 1 Reifen wiegt 5 Tonnen und kostet 40.000AUS
                 alle 500 Betriebsstunden werden die Trucks gewartet
                 bergab fahren sie 55km/h, bergauf 15km/h – ein Mal runter ins Loch und wieder hoch geht eine Stunde
                 anscheinend bevorzugen die Minenbetreiber weibliche Fahrer für die Dumptrucks, da Frauen die sichereren Fahrer sind
                 noch bis 2021 läuft der Pachtvertrag – danach wird die Super Pit wahrscheinlich geflutet und Kalgoorlie bekommt einen See. Andere Möglichkeit: aus der Goldmine wird eine Eisenerzmine.
                 Es gibt alle denkbaren Schichtmodelle für die Minenarbeiter. Im Normalfall arbeitet man jedoch 7 Tage durch und hat dann 7 Tage frei.
                 Einstiegsgehalt für unqualifizierte Arbeiter beträgt 82.000AUD pro Jahr
                 Minenbetreiber KCGM spendet so einiges für Forschung und wohltätige Zwecke: Zum Beispiel gibt es in der Mine Dumptrucks, die pink angemalt sind und ein Teil deren Umsatzes an eine Brustkrebsforschungseinrichtung (was'n Wort, hmm!!!)  geht.












Riesige Maschinen unten im Loch


Da fahren die Dumptrucks hoch und runter



Werkstatt

Man beachte die beiden Herren rechts neben dem Truck

Wie frueher Gold von Gestein getrennt wurde





Nach der Minentour haben wir bei 35 Grad im Schatten wie zwei Penner am Boden sitzend zwischen den Marktbesuchern gefrühstückt und uns später auch unter's Volk gemischt. Viel aufregendes gab es auf dem Markt leider nicht zu bestaunen und wir beschlossen an einer Führung im alten Rathaus teil zu nehmen – mit der Idee im Hinterkopf uns früher davon zu stehlen, sollte es zu langweilig werden. Aus diesem Plan wurde dann jedoch nichts, da wir unglücklicherweise die beiden einzigen Teilnehmer der Tour waren und dem älteren Herrn Tourguide nicht entfliehen konnten, der so undeutlich sprach, dass wir kaum was verstanden. Nicht einmal seine Fragen über Deutschland konnten wir ihm beantworten... Ob wir denn viele Artdeco-Gebäude in Deutschland hätten??? Was ist denn bitte Artdeco??? Hahahaha ^^ Und ob in Deutschland Privatpersonen kleinere Rechtsfälle übernehmen können – quasi als selbsternannter Anwalt... ööööhm... häää??? Wir hatten keine Ahung wovon der gute Mann sprach...



Der Vorhang sieht aus wie echt - ist aber gemalt


Hinter den Kulissen






Nachdem wir die Führung im Rathaus überstanden, eine Weile im Park einer wirklich schlechten Band gelauscht und im Touristeninformationszentrum die Info bekommen hatten, dass man im hiesigen McDonalds mit 100%iger Sicherheit die Steckdosen benutzen darf und dies auch taten, verließen wir Kalgoorlie in Richtung Westen.

schlechte Band

Man beachte unser Kabelgewirr unter der Sitzbank

Riss ist noch laenger geworden

Eindruecke von Kalgoorlie und Boulder





aktuelle Spritpreise
 
Noch ein Lookout






Richtung Westen zu fahren heißt der untergehenden Sonne entgegen und genau diese Tageszeit haben wir erwischt. Dabei stellten wir uns die komplett idiotische Frage, wo eigentlich bei uns daheim die Sonne auf und unter geht und ob das hier in Australien anders sei. Jeder kennt den Reim...

Im Osten geht die Sonne auf
Im Süden nimmt sie ihren Lauf
Im Westen wird sie untergehen
Im Norden ist sie nie zu sehen

...oder so ähnlich. Aber gilt das auch für Australien bzw. die südliche Hemisphäre? Eigentlich schon, oder? West und Ost bleibt immer und überall auf der Welt gleich – nur Nord und Süd sollte bezüglich des Sonnenstandes dann in o.g. Reim vertauscht sein?? Am Ende waren wir komplett verwirrt und wussten nicht mal mehr, ob wir den Reim überhaupt noch richtig im Kopf hatten. Diese grenzenlose Verwirrung konnte aber auch an der Tatsache gelegen haben, dass besagte untergehende Sonne uns dermaßen blendete, dass wir vor lauter Augen-zusammenkneifen schon Kopfweh hatten. Als es dann auch noch darum ging einen LKW zu überholen, der uns schon minutenlang Blinkzeichen gab um uns mitzuteilen, dass die Straße frei sei – wir jedoch nichts sahen außer gleißendes Licht – setzten bei mir irgendwann alle Sinne aus und ich beschloss einfach: Augen ganz zu und durch!!! Immerhin bin ich dadurch zum ersten Mal seit über einem halben Jahr wieder in den Genuss gekommen 150 Kilometer pro Stunde zu fahren :D


Wir mussten fuer einen ueberbreiten Schwertransport die Strasse raeumen





Huntsman Spinne



Der Camps6-Campingführer zeigte uns auf dem 'Great Easten Highway' mindestens drei in Frage kommende Übernachtrastplätze auf – an zweien müssen wir vorbeigefahren sein, ohne es überhaupt mitbekommen zu haben. Mal wieder Zeugnis für die bescheidene Straßenbeschilderung Westaustraliens... was bringen denn Parkbuchten oder Rastplätze für nachts-fahrende, übermüdete Autofahrer, wenn diese so schlecht ausgeschildert sind, dass man sie nicht mal bei Tag finden könnte?!?! Gelandet sind wir im Endeffekt in einem kleinen Park im Örtchen Burracoppin, wo wir mal wieder nicht sicher waren, ob man hier über Nacht stehen darf oder nicht – es uns aber irgendwann egal war und wir bei immer noch 26Grad Außentemperatur (im Auto waren es gefühlte 40Grad!!) unsere Nachtruhe antraten. Wir schwitzen dermaßen, dass wir sogar - ganz entgegen meiner eigentlich eher umweltschonenden Gewohnheiten – ab und an das Auto starteten um die Klimaanlage anschmeißen zu können. Es war einfach unfassbar heiß :-(



In Burracoppin


Gefahrene Kilometer: ca. 332km

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