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Samstag, 19. Januar 2013

Roadtrip Tag 14 - Great Ocean Drive, Esperance & Fahrt nach Kalgoorlie




Nach dem Aufstehen beobachtete ich einen Mann, der ziemlich fies nach einem Känguru schlug und trat, weil dieses sich an seinem Frühstück zu schaffen gemacht hatte... und war schockiert – hab mich aber Aufgrund seines aggressiven Verhaltens nicht getraut etwas zu sagen – ich rückgratloses Monster :-( Die Sache mit den Kängurus hier am Campingplatz ist zwar einerseits toll, da sie an Menschen gewöhnt und deshalb sehr zutraulich sind – aber im selben Zuge sind sie auch ziemlich frech und wissen ganz genau, dass die Camper leckere Sachen zum Essen dabei haben und wenn diese nicht hinschauen, schlagen die Tiere zu. Dass der Mann einfach von seinem Frühstückstisch aufgestanden und davongelaufen ist war meiner Meinung nach seine eigene Schuld und das Känguru hatte die Prügel wirklich nicht verdient :-(

Bernhard mit seinem Austrailen-Gefaehrt


Als ich nach meinem Strandspaziergang zurück zum Campingplatz kam, war Bernhard gerade im Aufbruch und nur kurze Zeit später machten auch wir uns auf den Weg zurück nach Esperance, wo wir im Woolies Supermarkt erst mal unsere Vorräte auffrischten und danach den 'Great Ocean Drive' entlang fuhren. Hier trafen wir am Pink Lake doch tatsächlich wieder auf Bernhard, der den selben Scenic Drive in entgegengesetzter Richtung fuhr und wir mussten feststellen, dass der emotionale Abschied am Morgen ganz und gar überflüssig war – wenn man sich eh nochmal wieder trifft. Man trifft sich ja sowieso immer zwei Mal im Leben – also wieso dann überhaupt Ade sagen?? Hihihi. Auch standen hier am Lookout die vier Koreaner, die mich gestern für einen Schweizer Militär hielten und mich heute nur an meinem Tattoo am Bein erkannten. Einer der Jungs wollte sogar ein Foto davon schießen und ich gewährte ihm diesen Gefallen. Seltsam, dass die vier uns nicht früher erkannten – wir standen bestimmt 15 Minuten nebeneinander am Lookout. Dies beweist mir allerdings mal wieder, dass für Asiaten alle nicht-schlitzäugigen Menschen gleich aussehen, so wie wir Probleme haben Asiaten zu unterscheiden.

Kleine Tour nahe Esperance

Pink Lake, der nicht mehr pink ist


So schnell trifft man sich wieder

Observation Beach





Australien 2013

Mit so ner Kulisse faehrt man doch gern!!


Twilight Beach



Blue Heaven

Sammy the Sea Lion

Alter Pier in Esperance - hier lebt Sammy


Und er hat sogar zwei Freundinnen



Es war so windig, dass die Tauben auf dem Fisch skaten konnten
 



Mittlerweile gab es einen weiteren Schaden am Mietwagen zu vermelden: irgendwie hatten wir es geschafft nun auch den Zigarettenanzünder zu schrotten!! Zwar war naheliegend, dass es sich nur um die Sicherung handelte – aber wer hat schon ständig Ersatzsicherungen in der Hosentasche?? Im Gegensatz zu meinem USA-Roadtrip vor 2 Jahren, wo dieses Problem schon einmal bestand und ich und meine Reisebegleitung in einem Anflug von Selbstzerstörung ernsthaft überlegten, eine defekte Sicherung gegen die noch funktionierende Airbag-Sicherung auszutauschen - fanden Kathrin und ich uns nun einfach damit ab, dass wir nicht mal mehr unsere Handys im Auto aufladen konnten. Abends im McDonalds fragte ich dann ganz nett, ob ich mein Netbook an einer der Steckdosen, die im Restaurant verteilt sind, aufladen könnte und bekam prompt eine Abfuhr. Dies sei aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich – och menno... meine kleinen Spielzeuge brauchen doch Saft :-(


`Maccas` ist hier eine eingetragene Marke



Vier Stunden fuhren wir quasi durch bis Kalgoorlie und haben unterwegs festgestellt, dass das Radio mit der AM-Frequenz mehr Sender herein bekommt als mit FM... ich hab mich mein Leben lang gefragt, wozu AM am Radio gut sein soll – es benutzt doch eh niemand... aber in der australischen Pampa scheint es dann doch irgendwie nützlich zu sein. Nun hatten wir zumindest Radio – wenn auch die Sendungen größtenteils klangen wie vor 50 Jahren aufgenommen. Schließlich in Kalgoorlie angekommen fanden wir uns in der Stadt überhaupt nicht zurecht, da der Navigator (ich!!) im wahrsten Sinne des Wortes geschlafen hat. Durch Zufall landeten wir an einem 24h Reststop in der Stadt und beschlossen kurzerhand hier die Nacht zu verbringen. Die Frage, ob man hier campen durfte oder nicht (Schild sagte 'NO') wurde uns beantwortet, als ein Polizeiauto anhielt und eine Gestalt mit Zelt und Schlafsack bestückt aus dem Wagen warf. Dieser offensichtlich zugedröhnte Mann kam dann auch noch schnurstracks auf uns zu und erzählte uns unter Tränen eine Geschichte über korrupte Bullen, die ihm seinen Reisepass, Handy und all sein Geld weggenommen hätten, ihm das Zelt und den Schlafsack gaben und hier im Park aussetzten. Er sei Neuseeländer und als Backpacker seit zwei Monaten in Australien, weil er seine Freundin hier besuchen wollte - die jedoch aus irgend einem Grund nicht auffindbar war. Später erzählte er uns, er sei schon seit zwei Jahren in Australien, würde hier arbeiteten und hätte ein Haus. Seine Geschichte änderte sich alle 5 Minuten und er fing ständig mit einer anderen Version von vorne an. So langsam wurde er uns unheimlich und unangenehm – aber obwohl er uns mehrmals um Hilfe bat, konnten wir nichts für ihn tun. Wir konnten ja schlecht die Polizei anrufen – die war es immerhin, die ihn hier abgeladen hatte. Anscheinend teilten ihm die Polizisten mit, er solle hier im Park schlafen und sie würden ihn am Morgen wieder abholen – also rieten wir ihm, einfach diesem Befehl nachzukommen und den nächsten Tag abzuwarten und schauten ihm hinterher als er sich schluchzend mit seinem Zelt zwischen einige Bäume verzog.
Für uns war in dem Moment immerhin klar: wenn Polizisten hier einen Mann mit Zelt herbringen, können wir ja wohl auch legal auf dem Parkplatz im Auto schlafen. Kurz bevor wir es uns dann gemütlich machten, hörten wir aber noch die Rasensprenkler im Park anspringen... ach du scheisse... der arme Kerl saß da irgendwo in einem Zelt und rings herum wurde der Rasen gegossen... so bedauernswert dieser Mann auch war – wir konnten nicht an uns halten und brachen in schallendes Gelächter aus. Es ist mal wieder bewiesen: Wenn es mal scheisse läuft – dann aber so richtig!!!!




Darf man hier nun ueber Nacht bleiben oder nicht??


gefahrene Kilometer: ca.511km

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