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Montag, 4. Februar 2013

Perth Tag 5 - Auf zur Jobagentur


Mein Holländischer Hostelmitbewohner Kevin hatte mir von Jobagenturen in Perth erzählt, die ich heute aufsuchen wollte. Jeden Morgen um 10:30Uhr werden bei der Agentur 'Aussiejobs' die aktuellen Stellen ausgerufen und es soll zugehen wie auf einem Markt. Daher war ich schon eine halbe Stunde eher dort – man will ja zu den ersten gehören – und staunte nicht schlecht, eine Menschen-Schlange bis auf die Straße hinaus vorzufinden. Kaum waren die Tore geöffnet drückten dutzende junger Menschen in das kleine Büro und die Managerin las die aktuellen Stellenangebote vor. Wer Interesse an einem der Jobs hatte, hob die Hand oder machte sich sonst irgendwie bemerkbar. Dabei werden diejenigen bevorzugt, die bereits bei der Jobagentur registriert sind. Da dies mein erster Besuch hier war, stellte ich mich auf eine lange Wartezeit ein um zumindest meinen Lebenslauf und den Anmeldebogen abgeben zu können. Nach 3 Stunden – ich war gerade im netten Gespräch mit meiner Nebensitzerin – kam ein Anruf rein und die Managerin rief: 'Wer kocht gerne, möchte im Outback leben und kann morgen schon abreisen? Muss weiblich sein!' Ich schaute in die Runde und da sich keines der anwesenden und bereits registrierten Mädels meldete, hob ich in einem Anflug von Größenwahn einfach mal die Hand und hatte 15 Minuten später einen Job in der Tasche. Die Bezahlung sollte nicht gerade der Bringer sein – dafür aber sind Unterkunft und Verpflegung inklusive und in dem Moment war mir die Höhe des Gehalts eh nicht all zu wichtig – ich wollte einfach nur einen bezahlten Vollzeit-Job um etwas Kohle reinzukriegen.


Warteschlange


Total perplex und überrumpelt, weil die Jobsuche nun doch so schnell ein Ende gefunden hatte, kehrte ich zum Hostel zurück stieß mit meinen beiden Zimmer-Mitbewohnerinnen Kate und Annabel direkt auf meinen Erfolg an. Da Annabel heute Perth und uns verlassen würde hinterließ sie mir und Kate eine Flasche Rotwein, derer wir uns am Abend gleich annahmen und obwohl ich eigentlich nicht vor hatte groß zu feiern, weil ich am nächsten Morgen mit meinem neuen Chef ins Outback fahren sollte, ließ ich mich sogar noch überreden mit ins 'Deen' zu gehen. Das Ende vom Lied: ich war hackedicht, hatte drei Typen an der Backe und torkelte erst morgens um fünf zurück ins Zimmer. Die Gemeinschaft hier im Hostel ist wirklich toll – abends sitzen alle zusammen im Hinterhof, grillen und trinken und dann geht man geschlossen noch auf Tour. So hab ich das bisher noch in keinem anderen Hostel in Australien erlebt – dass jeder mit jedem redet und jeder mit jedem Freund ist.



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