Heute
war einfach mal ausschlafen angesagt – bis fast zum Mittagessen hab ich
geschlafen. Nach über 3.000 zurückgelegten Kilometern in weniger als drei
Wochen, darf man auch mal müde sein. Ausschlafen in einem Hostel kann man sich
allerdings nicht so gechillt vorstellen wie zu Hause – ständig kommen Leute ins
Zimmer, gehen wieder raus, wursteln in ihren Sachen herum, unterhalten sich.
Dabei habe ich festgestellt, dass meine anderen Zimmermitbewohnerinnen
ebenfalls Deutsche sind – eine aus Bremen, zwei davon aus Esslingen. Und ich
hab heraus gefunden, woher der bestialisch beißende Gestank im Zimmer kam: die
Mädels hatten auf einer Mandarinenfarm gearbeitet, wo es täglich Lagerfeuer
gab. Jeder weiß, wie Klamotten stinken, wenn man mal eine Weile am Lagerfeuer
gesessen hat – aber wie sehr Klamotten stinken, die seit längerem nicht
gewaschen worden und dann auch noch aufgrund eines starken Regens nass geworden
sind, können sich zivilisierte Menschen mit Waschmaschine im Keller definitiv
NICHT vorstellen. Zum Thema Waschmaschine: die kostet hier im Hostel 5 Dollar
pro Waschgang – und dann auch noch mit kaltem (!) Wasser. Im Vergleich zu
anderen Hostels ist dieser Preis unverschämt teuer – aber wenn schon die Zimmer
so günstig sind, müssen die Betreiber das Geld eben wo anders wieder rein holen
– unternehmerisches Denken olé. Nichtsdestotrotz ist es kein Gebaren seine
nassen, stinkenden Klamotten überall im Zimmer aufzuhängen – ohne Rücksicht auf
die anderen Zimmerbewohner. Ohne Rücksicht auf leere Betten, die vielleicht
noch bezogen werden.
Ich hab
mich von der Stinkbude dann verabschiedet – wollte nicht mit den Mädels durch
die Stadt ziehen – lieber meine Ruhe haben – und hab mir nochmals bissle
Adelaides Zentrum angeschaut…
Abends
lag ich im Bett und war gerade so am eindösen, als die Tür aufsprang und zwei weitere,
voll bepackte Zimmergenossinnen eintraten. Vorbei also mit der Ruhe und dem
übermäßigen Platz zu viert in einem 10er Zimmer… vorbei mit der Nachtruhe für
heute, bis die beiden sortiert waren. Wieder einmal habe ich ungläubig und
kopfschüttelnd die Rücksichtslosigkeit eines Exemplars meiner Mitmenschen zur
Kenntnis genommen, denn die oben beschriebenen Stinke-Klamotten hingen immer
noch über allen unbelegten Betten – wohin sollten also die beiden Ankömmlinge?
Einziger Kommentar der Besitzerin der Klamotten: „die Neuen sollen die Sachen
doch selbst abhängen“. Gesagt – getan – dies allerdings nicht ohne ständiges
Gelaber der beiden Damen, die aus Metzingen stammen: „wo ihr schon wach seid…
wo wart ihr schon überall… wo fahrt ihr noch hin… was könnt ihr empfehlen…
blablablabla“ Aaaaaahhhhhh… zum Thema
Rücksichtslosigkeit: ich hab mich umgedreht und mich schlafend gestellt J
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