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Mittwoch, 16. Januar 2013

Roadtrip Tag 11 - Wave Rock


Guten Morgen!


Zapfenechse


Aufgrund der nassen Klamotten die wir nach der gestrigen Waschaktion im Auto aufgehängt hatten, haben wir es dieses Mal geschafft des Nachts selbst ein feuchtheißes Klima zu erzeugen. Das Problem am im-Auto-schlafen ist immer: schwitzt man lieber wie ein Schwein oder lässt man Türen oder Fenster auf und lädt somit unzählige Stechviecher (vor allem Moskitos) zu einem blutigen Festmahl ein? Hatte ich übrigens mal erwähnt, dass manche Australier behaupten nicht so oft von Mozzis gestochen zu werden, weil sie ihr Leben lang Vegemite (http://de.wikipedia.org/wiki/Vegemite) essen? Vegemite ist der australische Brotaufstrich, den ich als streichfestes Maggi (Suppenwürze) bezeichne und wirklich nicht auf meinem Brot haben will. Allerdings ist dieses schwarze, salzige Zeug vollgestopft mit Vitamin B und obwohl dies nicht wissenschaftlich belegt ist, schwören viele Menschen darauf, dass ein hoher Vitamin B Gehalt den Körpergeruch derart verändert, dass Moskitos keine Lust mehr haben zuzustechen. Aber fange ich deshalb an täglich Vegemite zu essen??? Mit Sicherheit NICHT!!!! :D Allerdings könnte ich mal Nachforschungen anstellen, wie es denn mit Vitamin B-Präparaten in Kapselform aussieht – jeden Tag ein bisschen Vitamine futtern und dann nicht mehr gestochen werden – das klingt in der Tat verlockend! Vielleicht hilft es ja auch gegen die nervenden Fliegen? :D

Wo ich gerade beim Thema Vitaminpräparate bin: mir ist schon sehr oft aufgefallen, dass in australischen Haushalten Fischölkapseln offensichtlich standardmäßig zum Inventar gehören. Jeder weiß, dass Omega 3-Fettsäuren unheimlich gesund sind und man Fisch nicht gänzlich von seinem Speiseplan ausschließen sollte – aber viele Australier schwören offensichtlich auf diese zusätzlichen Fischölkapseln als Nahrungsergänzung: vermindertes Krebsrisiko, weniger Herzkrankheiten, blutdrucksenkend, geringere Anfälligkeit für psychische Krankheiten wie Depressionen o.ä., verminerte Gefahr an Alzheimer oder Parkinson zu erkranken. Außerdem bekäme man ein viel schöneres Hautbild und allgemein heilten Entzündungen schneller. Klingt doch wirklich alles sehr vielversprechend, oder?!? Leider ist aber auch hier – wie beim Thema Vegemite - die Wunderwirkung nicht wissenschaftlich belegt und obwohl ich weiß, dass auch in Deutschland Fischölkapseln erhältlich sind und noch bis vor 60 oder 70 Jahren ein Löffel Lebertran pro Tag als Allheilmittel eingesetzt wurde, wundere ich mich doch ein wenig über den übermäßigen Konsum von Fischöl in Australien. Es redet zwar niemand darüber – aber wie bereits erwähnt: in fast jedem australischen Haushalt, in dem ich bisher zu Gast war, hab ich diese Kapseln gesehen.

Nichtsdestotrotz: sollte ich irgendwann damit anfangen täglich je eine Kapsel Vitamin B gegen Stechmücken und Fischöl gegen alles andere zu mir zu nehmen, werde ich natürlich über meine Beobachtungen berichten.

Nun aber zurück zu unserem Trip an der Westaustralischen Küste: In Ravensthorpe haben wir teuer vollgetankt und sind 200km durch's Outback ins Landesinnere zum Wave Rock gefahren. Hierbei handelt es sich um eine faszinierende 15 Meter Hohe Granitfelsformation, die wie eine Welle aussieht (daher auch der Name 'Wave Rock' → Wave = Welle). Ob es sich allerdings lohnt für diese Attraktion 400km Fahrt auf sich zu nehmen, lass ich einfach mal so dahingestellt. Wir handelten jedoch eher nach dem Prinzip: wenn wir schon mal in der Nähe sind kann man's sich auch anschauen... und für australische Verhältnisse befindet man sich in einem Umkreis von 200 Kilometern definitiv 'in der Nähe' ;-)

Staudamm am Wave Rock










Ganz schön windig... das gute an starkem Wind: keine Fliegen :D

Wave Rock von oben

Wave Rock von unten




Den 1,4km Spaziergang vom Wave Rock zum 'Hippo's Yawn' (gähnendes Flusspferd) habe ich alleine auf mich genommen, da Kathrin mit der sengenden Hitze Heute nicht so gutklar kam. Der Boardcomputer im Auto zeigte nämlich 36Grad an und da ist es durchaus verständlich, wenn man nicht unbedingt auch noch kilometerlang durch das Outback spazieren möchte.



Man sieht richtig, wie heiß mir war


Keine Ahnung, was das für ein Vogel ist - aber er sieht
gruslig aus mit den gelben Augen, nicht?


Sieht tatsächlich aus wie ein offenes Flusspferd-Maul
Rückfahrt
Wieder zurück in der Nähe von Ravensthorpe hielten wir auf einem Rastplatz und wollten nicht noch eine Nacht im Auto verbringen. Da der Himmel klar war verzichteten wir sogar darauf das Überzelt aufzubauen und nahmen nur das Mosiko-Innenzelt her – so hatten wir einen tollen Blick auf den Sternenhimmel und eine bessere Luftzirkulation im Inneren. Leider haben wir jedoch beim Kartenspielen bemerkt, dass das Innenzelt entweder irgendwo undicht oder – was wahrscheinlicher ist – die Mücken klein genug waren um sich durch die Maschen zu quetschen. Es waren dutzende winzig kleiner fliegender Insekten im Zelt, die um unsere Lichtquelle herum schwirrten :-( Eine Weile überlegten wir, wie wir dieses Problem lösen könnten und haben schließlich einfach in der Hoffnung, dass alle Mücken dem Licht folgen würden, die Lampe nach draußen gestellt ohne drinnen wieder Licht zu machen und betteten uns anschließend mit dem tollen Gefühl quasi unter freiem Himmel zu schlafen auf unser Nachtlager. So weit so gut... allerdings hielt der Frieden nicht bis zum nächsten Morgen – denn Nachts um eins ließ Kathrin plötzlich verlauten: 'REGEN!!!!'... und in aller Eile galt es dann doch noch das Überzelt heraus kramen und aufzubauen – hahaha... wir haben echt kein Glück mit dem Wetter.

Sonnenuntergang

Man sieht einige Mücken an der Lampe sitzen - und wenn
man genau hinschaut, sieht man auch deren Freunde am
Moskitonetz hängen.



Solch eine Bullenameise (weiß nicht, ob das die richtige
Übersetzung ist für diese riseigen Mistviecher ist)
hat mich gebissen - oder gestochen - und ich hab
stundenlang gedacht, mein Fuß würde abfallen :-(



Gefahrene Kilometer: ca.470km

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