All
zu viel konnte es nicht geregnet haben – dennoch war das Zelt feucht und bei
gerade mal 19Grad ging ein recht kühler Wind. Zurück in Ravensthorpe haben wir
in einem kleinen Park gefrühstückt, Geschirr gespült, den Topfdeckel liegen
lassen (wie kann man einen Topfdeckel verlieren?? Danke Hannes, dass du das so
locker genommen hast!!) und sind die letzte Etappe der Fahrt nach Esperance
angetreten. Nach nur fünf Minuten auf der Straße kam uns ein Roadtrain
entgegen, der einiges an Staub und darunter leider einen etwas größeren Stein
aufwirbelte, welcher uns glatt einen ordentlichen Steinschlag in der
Windschutzscheibe bescherte. Dieser hat sich in Sekundenschnelle zu einem 20cm
langen Riss ausgedehnt und wir haben erst mal ganz schön dumm aus der Wäsche
geschaut. Wie viel Pech haben wir mit dieser sch... Karre eigentlich noch? Erst
müssen wir dem Auto am Flughafen hinterherrennen, dann bleiben wir ständig mit
der Stoßstange irgendwo hängen, das Radio hat keinen AUX-Ausgang und jetzt
haben wir auch noch die Windschutzscheibe auf dem Gewissen. Wir checkten
natürlich sofort alle Papiere, die mit dem Mietwagen mit gekommen waren um
herauszufinden, was in solch einem Falle zu tun sei. Im Kleingedruckten musste
ich dann leider lesen, dass in der super tollen
All-Inklusive-Vollkaskoversicherung des deutschen Reisebüros Reifen und Glas
ausgeschlossen waren. Sowas aber auch – dabei hab ich doch bei der Buchung
darauf bestanden, dass alles abgedeckt sein soll. Naja – selbst schuld – wenn
man das Kleingedruckte nicht sofort durchliest und sich auf die Aussage 'Alles
inklusive – ihr braucht keine Zusatzversicherung' verlässt :-( Da wir nach
dieser schockierenden Feststellung aber immer noch nicht wussten, wie wir
weiter verfahren sollten, hab ich einfach mal bei der Mietwagenagentur Redspot
angerufen und nachgefragt: Der nette Herr am Telefon meinte, dass wir vorbei
kommen und Autos tauschen könnten. Redspot gebe es allerdings nur in Perth und
davon waren wir ja immerhin schon über 500km entfernt. Sein nächster Tipp - den
RAC (australisches Pendant zum ADAC) anzurufen - überzeugte mich jedoch auch
nicht... denn da wir keine Mitglieder waren, wären alle Kosten an uns hängen
geblieben und was will der ADAC an nem Megariss in ner Windschutzscheibe schon
machen? Pflaster drauf kleben?!?!?! Nachdem ich ihm das so in etwa mitgeteilt
hatte, meinte er zu guter Letzt, dass er uns so weit entfernt leider nicht
weiter helfen kann und sollten wir nicht all zu beunruhigt sein wegen des
Risses könnten wir auch einfach weiter fahren – komplett zusammenbrechen würde
sie schon nicht. Tjo... besagter Riss war auf der kurzen Fahrt vom 'Unfallort'
bis zum nächsten Rastplatz zwar bereits um einige Zentimeter 'gewandert' … wir
beschlossen aber dennoch: No Risk, No Fun!! Und fuhren weiter.
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| besagter Riss in der Windschutzscheibe | |
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Durch
Esperance sind wir zunächst nur durchgefahren, weil wir so schnell wie möglich
in den 'Cape le Grand Nationalpark' wollten, wo einer der weissesten Strände
Westaustraliens mit sich dort tummelnden Kängurus auf uns wartete und genau
diese Versprechen wurden erfüllt. Wir bezahlten beim Park-Ranger 18 Dollar
für's Campen zzgl.11 Dollar Parkeintritt und bauten unser Zelt an einem
schattigen Plätzchen auf, von dem wir allerdings erst ein Känguru verscheuchen
mussten, das sich dort zur Ruhe gelegt hatte.
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| Blick von der Strasse auf Lucky Bay |
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| Campkueche |
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| Genau da, wo das Roo steht, wollten wir unser Zelt aufbauen |
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| Campingplatz-Kaengurus |
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| Es wollte einfach nicht einsehen, dass das nun unser Platz war |
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| Am Strand von Lucky Bay |
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| Die lassen sich sogar streicheln :D |
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| Frenchman Peak - wir haben es allerdings nicht bis auf die Spitze geschafft |
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| Nicht mal auf halbem Weg nach oben ^^ |
Während
sich Kathrin abends im Zelt ihrem Buch widmete wollte ich mir in der Camp-Küche
noch etwas zu essen machen und kam mit anderen Campern ins Gespräch. Zwei davon
waren glatt Schwaben – aus der Nähe von Stuttgart – und die andere Gruppe bestand
aus gemischten europäischen Nationalitäten (Schweizerin, Italiener, Franzosen
und noch ein Deutscher). Später kam noch Bernhard dazu, ein Nürnberger, der
Australien mit dem Motorrad bereist – boah... das is doch mal was!!!! Im
Endeffekt musste ich mir an diesem Abend sogar nicht mal mehr selbst was
kochen, denn von allen Seiten wurden mir Speisen angeboten und so saßen wir mit
Spaghetti Bolognese, frisch gefangenem und gebratenem Fisch und drei Kartons
Goon (Billigwein) in lustiger Runde noch bis in die Nacht zusammen und haben
geratscht.
Gefahrende
Kilomter: ca. 276km
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