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Donnerstag, 17. Januar 2013

Roadtrip Tag 12 - Lucky Bay im Cape Le Grand National Park




All zu viel konnte es nicht geregnet haben – dennoch war das Zelt feucht und bei gerade mal 19Grad ging ein recht kühler Wind. Zurück in Ravensthorpe haben wir in einem kleinen Park gefrühstückt, Geschirr gespült, den Topfdeckel liegen lassen (wie kann man einen Topfdeckel verlieren?? Danke Hannes, dass du das so locker genommen hast!!) und sind die letzte Etappe der Fahrt nach Esperance angetreten. Nach nur fünf Minuten auf der Straße kam uns ein Roadtrain entgegen, der einiges an Staub und darunter leider einen etwas größeren Stein aufwirbelte, welcher uns glatt einen ordentlichen Steinschlag in der Windschutzscheibe bescherte. Dieser hat sich in Sekundenschnelle zu einem 20cm langen Riss ausgedehnt und wir haben erst mal ganz schön dumm aus der Wäsche geschaut. Wie viel Pech haben wir mit dieser sch... Karre eigentlich noch? Erst müssen wir dem Auto am Flughafen hinterherrennen, dann bleiben wir ständig mit der Stoßstange irgendwo hängen, das Radio hat keinen AUX-Ausgang und jetzt haben wir auch noch die Windschutzscheibe auf dem Gewissen. Wir checkten natürlich sofort alle Papiere, die mit dem Mietwagen mit gekommen waren um herauszufinden, was in solch einem Falle zu tun sei. Im Kleingedruckten musste ich dann leider lesen, dass in der super tollen All-Inklusive-Vollkaskoversicherung des deutschen Reisebüros Reifen und Glas ausgeschlossen waren. Sowas aber auch – dabei hab ich doch bei der Buchung darauf bestanden, dass alles abgedeckt sein soll. Naja – selbst schuld – wenn man das Kleingedruckte nicht sofort durchliest und sich auf die Aussage 'Alles inklusive – ihr braucht keine Zusatzversicherung' verlässt :-( Da wir nach dieser schockierenden Feststellung aber immer noch nicht wussten, wie wir weiter verfahren sollten, hab ich einfach mal bei der Mietwagenagentur Redspot angerufen und nachgefragt: Der nette Herr am Telefon meinte, dass wir vorbei kommen und Autos tauschen könnten. Redspot gebe es allerdings nur in Perth und davon waren wir ja immerhin schon über 500km entfernt. Sein nächster Tipp - den RAC (australisches Pendant zum ADAC) anzurufen - überzeugte mich jedoch auch nicht... denn da wir keine Mitglieder waren, wären alle Kosten an uns hängen geblieben und was will der ADAC an nem Megariss in ner Windschutzscheibe schon machen? Pflaster drauf kleben?!?!?! Nachdem ich ihm das so in etwa mitgeteilt hatte, meinte er zu guter Letzt, dass er uns so weit entfernt leider nicht weiter helfen kann und sollten wir nicht all zu beunruhigt sein wegen des Risses könnten wir auch einfach weiter fahren – komplett zusammenbrechen würde sie schon nicht. Tjo... besagter Riss war auf der kurzen Fahrt vom 'Unfallort' bis zum nächsten Rastplatz zwar bereits um einige Zentimeter 'gewandert' … wir beschlossen aber dennoch: No Risk, No Fun!! Und fuhren weiter.

besagter Riss in der Windschutzscheibe










Durch Esperance sind wir zunächst nur durchgefahren, weil wir so schnell wie möglich in den 'Cape le Grand Nationalpark' wollten, wo einer der weissesten Strände Westaustraliens mit sich dort tummelnden Kängurus auf uns wartete und genau diese Versprechen wurden erfüllt. Wir bezahlten beim Park-Ranger 18 Dollar für's Campen zzgl.11 Dollar Parkeintritt und bauten unser Zelt an einem schattigen Plätzchen auf, von dem wir allerdings erst ein Känguru verscheuchen mussten, das sich dort zur Ruhe gelegt hatte.

Blick von der Strasse auf Lucky Bay



Campkueche

Genau da, wo das Roo steht, wollten wir unser Zelt aufbauen

Campingplatz-Kaengurus

Es wollte einfach nicht einsehen, dass das nun unser Platz war

Am Strand von Lucky Bay






Die lassen sich sogar streicheln :D



Frenchman Peak - wir haben es allerdings nicht bis auf die Spitze geschafft





Nicht mal auf halbem Weg nach oben ^^





Während sich Kathrin abends im Zelt ihrem Buch widmete wollte ich mir in der Camp-Küche noch etwas zu essen machen und kam mit anderen Campern ins Gespräch. Zwei davon waren glatt Schwaben – aus der Nähe von Stuttgart – und die andere Gruppe bestand aus gemischten europäischen Nationalitäten (Schweizerin, Italiener, Franzosen und noch ein Deutscher). Später kam noch Bernhard dazu, ein Nürnberger, der Australien mit dem Motorrad bereist – boah... das is doch mal was!!!! Im Endeffekt musste ich mir an diesem Abend sogar nicht mal mehr selbst was kochen, denn von allen Seiten wurden mir Speisen angeboten und so saßen wir mit Spaghetti Bolognese, frisch gefangenem und gebratenem Fisch und drei Kartons Goon (Billigwein) in lustiger Runde noch bis in die Nacht zusammen und haben geratscht.

Gefahrende Kilomter: ca. 276km

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