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Freitag, 18. Januar 2013

Roadtrip Tag 13 - Lucky Bay die Zweite




Trotz der kurzen und alkoholbeflügelten Nacht stand ich um 7 Uhr morgens bei Flo am Auto und rüttelte ihn wach – er hatte mir nämlich versprochen mich zum Angeln mit zu nehmen. Ich sollte also das erste Mal in Australien angeln. ENDLICH!! Mein erster Wurf ging natürlich direkt daneben und der Köder verfing sich irgendwo neben mir in Ufernähe, wo er nicht hätte hin sollen. Flo musste ins Wasser steigen um ihn los zu machen, was wegen der hohen Wellen und Felsen gar nicht ganz ungefährlich war (er trug einige schürfige Blessuren davon). Dies geschah jedoch nicht wieder denn nach und nach hatte ich den Dreh raus und bekam sogar einige kleine Fische an der Leine zu Gesicht. Kurz bevor ich sie herausziehen konnte haben sich diese Mistviecher jedoch jedes Mal losgerissen und schwammen davon :-( Nach 1,5 Stunden gab ich auf... erfolglos... aber dennoch glücklich über den kleinen Angelausflug.


Angeln - yeah :D

Ich hab doch glatt Seegras geangelt ^^



Gemeinsam mit den Stuttgartern und Nürnberger Bernhard waren wir noch im wunderschön türkisblauen Meer bei Lucky Bay schwimmen und den Rest des Tages haben wir karten- und kniffelspielend mit Bernhard verbracht. Da wir unseren geplanten Aufenthalt von einer Nacht kurzfristig auf zwei Nächte ausgedehnt hatten, gingen uns jedoch heute im Laufe des Tages die Lebensmittelvorräte und – was noch schlimmer war – die Zigaretten aus. Da es in Nationalparks keine Läden gibt und Esperance immerhin knapp 60km entfernt liegt wurden wir also zu Bedürftigen:-( Mit beidem – Essen sowie Kippen - konnte uns Bernhard noch eine Zeit lang aushelfen. Aber auch sein Tabakvorrat war nicht unerschöpflich und wir alle drei waren ab der Mittagszeit quasi auf Entzug. Mit Stolz kann ich behaupten, dass ich wohl diejenige von uns dreien war, die am besten damit klar kam... lag aber wohl auch an meinem allgemeinen Kater-Zustand, der auf die vorangegangene Nacht zu schieben war und der mir im Normalfall jeglichen Konsum ungesunder Substanzen zuwider macht ;-)







Eine lustige Begegnung hatte ich dann noch mit den Koreanern, denen wir mittags eine gefühlte Ewigkeit beim unbeholfenen Zeltaufbau zugeschaut hatten und uns fragten, wer denn nun mit wem in welchem Zelt schlafen würde (die beiden Mädels zusammen und die Jungs extra oder waren es doch zwei Paare???). Am Ende des Tages saßen sie dann alle vier zusammen in nur einem ihrer beiden Zwei-Mann-Zelte und keiner von ihnen kam vor dem nächsten Morgen heraus.
Jedenfalls fragten mich die Koreaner abends in der Camp-Küche, ob ich eine Schere hätte. Ich zog ohne große Umschweife mein Schweizer Taschenmesser heraus und wurde aus vier paar weit aufgerissenen Augen angeglotzt... sie bräuchten eine große Schere – denn sie wollten ihr Fleisch damit schneiden. Bitte was???? Ich kenne Hähnchen-Scheren... aber um ein Steak zu schneiden brauchen zumindest Europäer keine Schere oO Na gut – in dem Fall konnte ich mit meiner winzigen Taschenmesserschere leider nicht aushelfen. Dennoch beäugten sie mich weiterhin kritisch bis einer von ihnen sichtlich all seinen Mut zusammen nahm und mich fragte, ob ich denn in der schweizer Armee sei und ob sie nun Angst vor mir haben müssen. Nochmals: Bitte was???? Hahahaha :D

gefahrene Kilometer: ca. 0km

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