Trotz
der kurzen und alkoholbeflügelten Nacht stand ich um 7 Uhr morgens bei Flo am
Auto und rüttelte ihn wach – er hatte mir nämlich versprochen mich zum Angeln
mit zu nehmen. Ich sollte also das erste Mal in Australien angeln. ENDLICH!!
Mein erster Wurf ging natürlich direkt daneben und der Köder verfing sich
irgendwo neben mir in Ufernähe, wo er nicht hätte hin sollen. Flo musste ins
Wasser steigen um ihn los zu machen, was wegen der hohen Wellen und Felsen gar
nicht ganz ungefährlich war (er trug einige schürfige Blessuren davon). Dies
geschah jedoch nicht wieder denn nach und nach hatte ich den Dreh raus und
bekam sogar einige kleine Fische an der Leine zu Gesicht. Kurz bevor ich sie
herausziehen konnte haben sich diese Mistviecher jedoch jedes Mal losgerissen
und schwammen davon :-( Nach 1,5 Stunden gab ich auf... erfolglos... aber
dennoch glücklich über den kleinen Angelausflug.
| Angeln - yeah :D |
| Ich hab doch glatt Seegras geangelt ^^ |
Gemeinsam
mit den Stuttgartern und Nürnberger Bernhard waren wir noch im wunderschön
türkisblauen Meer bei Lucky Bay schwimmen und den Rest des Tages haben wir
karten- und kniffelspielend mit Bernhard verbracht. Da wir unseren geplanten
Aufenthalt von einer Nacht kurzfristig auf zwei Nächte ausgedehnt hatten,
gingen uns jedoch heute im Laufe des Tages die Lebensmittelvorräte und – was
noch schlimmer war – die Zigaretten aus. Da es in Nationalparks keine Läden
gibt und Esperance immerhin knapp 60km entfernt liegt wurden wir also zu Bedürftigen:-(
Mit beidem – Essen sowie Kippen - konnte uns Bernhard noch eine Zeit lang
aushelfen. Aber auch sein Tabakvorrat war nicht unerschöpflich und wir alle
drei waren ab der Mittagszeit quasi auf Entzug. Mit Stolz kann ich behaupten,
dass ich wohl diejenige von uns dreien war, die am besten damit klar kam... lag
aber wohl auch an meinem allgemeinen Kater-Zustand, der auf die vorangegangene
Nacht zu schieben war und der mir im Normalfall jeglichen Konsum ungesunder
Substanzen zuwider macht ;-)
Eine
lustige Begegnung hatte ich dann noch mit den Koreanern, denen wir mittags eine
gefühlte Ewigkeit beim unbeholfenen Zeltaufbau zugeschaut hatten und uns
fragten, wer denn nun mit wem in welchem Zelt schlafen würde (die beiden Mädels
zusammen und die Jungs extra oder waren es doch zwei Paare???). Am Ende des
Tages saßen sie dann alle vier zusammen in nur einem ihrer beiden
Zwei-Mann-Zelte und keiner von ihnen kam vor dem nächsten Morgen heraus.
Jedenfalls
fragten mich die Koreaner abends in der Camp-Küche, ob ich eine Schere hätte.
Ich zog ohne große Umschweife mein Schweizer Taschenmesser heraus und wurde aus
vier paar weit aufgerissenen Augen angeglotzt... sie bräuchten eine große
Schere – denn sie wollten ihr Fleisch damit schneiden. Bitte was???? Ich kenne
Hähnchen-Scheren... aber um ein Steak zu schneiden brauchen zumindest Europäer
keine Schere oO Na gut – in dem Fall konnte ich mit meiner winzigen
Taschenmesserschere leider nicht aushelfen. Dennoch beäugten sie mich weiterhin
kritisch bis einer von ihnen sichtlich all seinen Mut zusammen nahm und mich
fragte, ob ich denn in der schweizer Armee sei und ob sie nun Angst vor mir
haben müssen. Nochmals: Bitte was???? Hahahaha :D
gefahrene
Kilometer: ca. 0km
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